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04.07.2012
Katastrophenalarm in Stmk.
Jahrhundert-Unwetter wütete in Ostösterreich
Im steirischen Bezirk Murtal wütete das Unwetter besonders heftig. (© APA)
In der Steiermark war vor allem der Bezirk Murtal betroffen. 20 Feuerwehren waren zwischen Obdach und Weißkirchen im Einsatz. Der Granitzenbach war an mehreren Stellen über die Ufern getreten. In Amering bei Obdach war ein Teil des Ortes überschwemmt. Laut Landeswarnzentrale waren binnen eineinhalb Stunden 177 Liter Niederschlag gemessen worden.
+++ Unwetter: Zug entgleiste in der Steiermark +++
Für Amering, Eppenstein und Obdach wurde durch die Bezirkshauptmannschaft Murtal später sogar Katastrophenalarm ausgesprochen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Die Einsatzkräfte waren mit dem Auspumpen von Kellern und der Beseitigung von Verklausungen beschäftigt.
Jahrhundert-Unwetter
Der Ameringer Bürgermeister Peter Bacher meinte im ORF Steiermark, es habe sich um ein "Jahrhundert-Unwetter" gehandelt. Eine Person habe sich gerade noch aus einer Garage in Sicherheit bringen, ehe diese weggerissen worden sei. Der Ort Amering war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten und konnte von den angeforderten Hilfskräften über die Bundesstraße nicht erreicht werden. Die B78 Obdacher Straße musste zwischen Weißkirchen und der Kärntner Landesgrenze wegen Überflutungen gesperrt werden.
In Bischoffeld wurden nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos zahlreiche Keller und ein Wirtschaftsgebäude überflutet. In Knittelfeld kam es in Zusammenhang mit dem Unwetter auf der S 36 Murtalschnellstraße zu einem Verkehrsunfall, in St. Margarethen wurde ein Schwimmbad von den Schlammmassen sowie mehrere Keller überflutet. Auch in Graz und Umgebung haben Starkregen und Hagelschlag zu Schäden und kleinräumigen Überflutungen geführt. Um Graz und im Süden und im Südwesten der Steiermark gab es teilweise bis zu vier Zentimeter große Hagelschloßen.
In Waisenegg (Bezirk Weiz) wurden zwei Personen auf einem Hochsitz von einem Blitz getroffen und verletzt ins Spital gebracht, wie die "Kleinen Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe berichtete.
150 Feuerwehreinsätze in Kärnten
Auch im Kärntner Lavanttal führten die Unwetter am Dienstagabend zu rund 150 Einsätzen der Feuerwehren. Nach heftigen Starkregen wurden vor allem Keller und Straßen in der Region geflutet. Es wurde erwartet, dass die Aufräumarbeiten bis in die Nachtstunden andauern. Orkanartiger Wind, sowie heftige Gewitter mit Starkregen ließen Bäche über die Ufer treten. Die Wassermassen überfluteten in den Gemeinden Wolfsberg, St. Andrä, Reichenfels und Bad St. Leonhard auch zahlreiche Keller. Auch Straßen waren in den Abendstunden nicht mehr passierbar, zahlreiche Bäume wurden umgeknickt.
Bei Frantschach/St. Gertraud gab es im Prössinggraben in der Nähe einer Wohnsiedlung zwei Erdrutsche. Häuser wurden dort aber nicht beschädigt und niemand verletzt. An die 300 Mann der umliegenden freiwilligen Feuerwehren standen während des heftigen Gewitters im Lavanttal im Einsatz, wie kaernten.orf.at berichtete.
Mehrere Brände in NÖ
Auch in Niederösterreich musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände infolge von Blitzschlägen ausrücken, zudem waren zahlreiche Keller von Überflutung bedroht. Im Bezirk Baden kam es in einem Einfamilienhaus in Leobersdorf vermutlich nach einem Blitzschlag zu einem Dachstuhlbrand, wie die Sicherheitsdirektion Niederösterreich mitteilte. Im Bezirk Neunkirchen meldete die Feuerwehr drei Brände. Der größte davon betraf ein Wohnhaus in Sankt Valentin, 65 Mann der Freiwilligen Feuerwehren konnten den Brand nach einem Blitzschlag rasch unter Kontrolle bringen. In Rohrbach stand das Erdgeschoß eines Wohnhauses im Vollbrand. Die über 80-jährige Hausbewohnerin konnte sich laut Feuerwehr in letzter Minute selbst aus dem Wohnhaus retten. Sie wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Landeskrankenhaus Neunkrichen gebracht.
In Wien regnete es ebenfalls heftig, die Feuerwehr meldete aber bis in die frühen Morgenstunden keine Unwetter-Einsätze.
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