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04.07.2012
Millionenschäden
Tagelanges Aufräumen nach Unwetter-Chaos
Im Bild: Überflutungen nach dem Unwetter in Reichenfels im Lavantal (© FF Reichenfels-St. Peter)
Im Kärntner Lavanttal kam es zu Überflutungen und Murenabgängen. Mehr als 300 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz, der Sachschaden ist hoch, verletzt wurde aber niemand. Heftige Sturmböen und Gewitter mit Starkregen hatten die Überschwemmungen ausgelöst. Betroffen waren vor allem die Gemeinden Reichenfels und Bad St. Leonhard, aber auch Frantschach/St. Gertraud sowie Wolfsberg und St. Andrä.
+++ Jahrhundert-Unwetter wütete in Ostösterreich +++
Im Bild: Ein Murenabgang nach einem Unwetter im Lavantal (© FF Reichenfels-St. Peter)
Bis in die frühen Morgenstunden hatten die Feuerwehrleute die Verkehrsbehinderungen weitgehend beseitigt. Das Wegräumen der Schlammmassen wird Einsatzkräfte und Betroffene aber noch länger beschäftigen.
+++ Unwetter lässt Güterzug in Steiermark entgleisen +++
Mehrere Millionen Euro Schaden in der Steiermark
Waggons entgleisten und stürzten um, die beiden Loks blieben in der Spur (© FF Zeltweg)
In vier Gemeinden wurde Katastrophenalarm gegeben. Ein Güterzug entgleiste, in der Oststeiermark wurde ein Jägerehepaar auf einem Hochstand vom Blitz getroffen, kam aber mit leichten Verletzungen davon. Laut Landesfeuerwehrverband waren 100 Feuerwehren mit rund 1.000 Leuten im Einsatz, die Aufräumarbeiten dauerten am Mittwoch noch an.
Granitzenbach trat aus den Ufern - schwerste Schäden an Gebäuden
Bis zu 177 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden binnen eineinhalb Stunden im Bereich Obdach gemessen. In den vier Gemeinden Amering, Eppenstein, Obdach und St. Anna wurde von der Behörde Katastrophenalarm ausgelöst. Seitens des Bundesheeres wurde Mittwochvormittag ein Erkundungsflug durchgeführt. Laut Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung, wurde Assistenz angefordert, vor allem für die Sicherung und Errichtung von beschädigten bzw. weggerissenen Brücken.
Der Granitzenbach war im Bereich Obdach und Weißkirchen aus den Ufern getreten, zahlreiche Gebäude wurden zum Teil stark beschädigt. Garagen und Wirtschaftsgebäude sind weggerissen worden. In Kathal musste eine Familie aus ihrem Wohnhaus geborgen und evakuiert werden. Die B78 Obdacher Straße war vorübergehend wegen Überflutung gesperrt. Nachdem das Wasser zurückging, wurde die Fahrbahn mittels Schneepflügen gereinigt. Der Granitzenbach hatte schon Ende Februar wegen eines Eisstoßes und damit verbundenen Überflutungen Probleme bereitet.
Gleiskörper weggerissen - Zug entgleist
Im Bild: Der Zug mit den entgleisten Waggons (© FF Zeltweg)
Auch in Graz hatte die Feuerwehr Hochbetrieb. Knapp 60 Alarme gingen ein, umgestürzte Bäume waren zu entfernen und Tiefgaragen auszupumpen. Das Dach des Landestierheimes wurde beschädigt und musste mittels Planen gesichert werden. Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung betragen allein die geschätzten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen in der Steiermark rund 3,5 Millionen Euro.
Obersteirische Passstraße könnte ab Freitag offen sein
Die Unwetter der vergangenen Wochen und vom Dienstag haben in der Obersteiermark mehreren Straßen stark zugesetzt. Die Niederschläge und Muren am Dienstag hätten einen Schaden an Landesstraßen von rund 300.000 Euro verursacht, so das Land Steiermark. Die Straße über den obersteirischen B114 Triebener Tauern - die bei den Unwettern am 21. Juni schwer beschädigt worden war - könnte ab Freitag aber zumindest teilweise wieder befahrbar sein. Dies teilte der zuständige Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann am Mittwoch mit.
Feuerwehreinsätze nach Blitzschlag im Burgenland
Auch im Burgenland sorgten Gewitter in der Nacht auf Mittwoch für Feuerwehreinsätze. Diesmal waren laut Landessicherheitszentrale zwar keine Auspumparbeiten nötig. Dafür mussten mehrere Wehren im Bezirk Eisenstadt-Umgebung und und im Bezirk Oberwart wegen dreier Brände ausrücken, die offenbar durch Blitzschlag ausgelöst wurden.
In St. Margarethen gab es kurz nach 6.00 Uhr Brandalarm: Der Dachstuhl eines Hauses hatte Feuer gefangen. Die Feuerwehren von St. Margarethen und Oslip sowie die Feuerwehr Eisenstadt, die mit einer Drehleiter ausrückte, bekämpften nach Angaben der Feuerwehralarmzentrale mit acht Fahrzeugen und rund 70 Einsatzkräften den Brand.
Viele Einsätze in Vorarlberg
Heftige Unwetter haben am frühen Mittwochabend in Vorarlberg zu über 30 Feuerwehreinsätzen geführt. Betroffen war nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) insbesondere der vordere Bregenzerwald, wo Mur- und Hangrutsche auf Straßen niedergingen. Weiteres Haupteinsatzgebiet war die Kummenbergregion im Bezirk Feldkirch.
In den Bregenzerwälder Gemeinden Doren, Langen und Sulzberg standen zahlreiche Keller unter Wasser. Ein Erdrutsch verlegte die Vorderwälder Straße (L4), ein weiterer machte die Sulzberger Straße (L21) zwischenzeitlich unpassierbar. Um 20.00 Uhr konnten die Straßen aber wieder befahren werden.
Über die Ufer getretene Bäche, überflutete Unterführungen sowie vollgelaufene Keller wurden unter anderem aus den Kommunen Mäder, Götzis, Weiler und Koblach gemeldet. Personen kamen ersten Informationen zufolge nicht zu Schaden.
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