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11.07.2012

Kommentar von Christiane Tauzher

Neun Wochen

Christiane Tauzher

Christiane Tauzher schreibt regelmäßig Kommentare für "Heute" (© Marcus Mezera)

Wir sollen arbeiten, wir sollen Steuern zahlen, wir sollen die Wirtschaft ankurbeln und wir sollen Kinder bekommen. Die wachsen heran, wir strudeln uns ab. Und dann sind irgendwann im Leben jedes Kindes zum ersten Mal Schulferien. Neun Wochen lang. Hurra!

Das sorgsam gezimmerte Alltagsgefüge bricht von einem Tag auf den anderen zusammen und man steht mit seinen Kindern da: Der Arbeitgeber zuckt mit den Achseln, weil es nicht sein Problem ist, wo wir unsere Kinder während des Sommers verstauen. Die Hauptsache ist, dass alles weiterrennt wie sonst auch.

In jeder Familie mit zwei normal arbeitenden Elternteilen rennt aber während der großen Ferien gar nichts wie sonst. Wenn die zwei Wochen Familienurlaub zu Ende sind, könnte man sein Kind zum Beispiel die verbleibenden sieben Wochen zu Hause einsperren und mit Fertigpizza vor den Fernseher setzen.

Dem Arbeitgeber und dem Staat ist das einerlei. Kinderbetreuung während der Ferien kostet, abgesehen davon sind Plätze in Sommercamps auf die Schnelle nicht mehr zu bekommen. Engagierte Opas und Omas hat man oder hat man nicht. Aber das ist dann unser ganz privates Problem. Neun lange Wochen.


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