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20.07.2012
1,4 Tonnen (!) Kokain
Haft für Ex-Polizist nach geplatztem Drogendeal
1,4 Tonnen Kokain wollte der Beschuldigte verkaufen (© HELMUT FOHRINGER (APA))
Das Verfahren fand drei Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, erst ab dem vierten Tag waren wieder Zuhörer erlaubt, die allerdings beim Saaleingang strengstens kontrolliert wurden. Der Hintergrund: Der Großteil der Drogenlieferung soll für die italienische Mafia bestimmt gewesen sein, die bereits über drei Millionen Euro bezahlt haben soll, ohne etwas von dem Suchtgift gesehen zu haben. Vier ebenfalls involvierte Personen sind nach Angaben von Staatsanwältin Barbara Schwarz in Italien bereits eines nicht natürlichen Todes gestorben.
1,4 Tonnen Kokain hätten von Ecuador aus nach Europa transportiert werden sollen. Alles war organisiert, ein Flugzeug gechartert, das Kokain lag angeblich am Militärflughafen von Quito (Ecuador) bereit - in Kisten verpackt und als "Filmausstattung" deklariert. Aus irgendeinem Grund flog der - nicht eingeweihte - Pilot aber den Zivilflughafen an, und es gab keine Möglichkeit, die Kisten her- oder den Flieger zum anderen Flughafen hinzubringen. Also platzte das Geschäft, und die Geldgeber wurden äußerst ungehalten.
Wiederverkaufswert zumindest 196 Millionen Euro
Die Ware hätte einen Wiederverkaufswert von zumindest 196 Millionen Euro gehabt, rechnete die Staatsanwältin vor. Als das Geschäft platzte, geriet der Beschuldigte in Panik, schaltete alle Telefone aus und wollte untertauchen. "Die Italiener waren ang'fressen, weil sie bezahlt hatten und nichts bekommen haben, die Südamerikaner waren ang'fressen, weil sie geliefert hatten und nicht bezahlt wurden", schilderte Schwarz.
Bei der Befragung des Angeklagten war die Öffentlichkeit ausgeschlossen, seine Verteidigerin führte aber schon in ihrem Eröffnungsplädoyer an, ihr Mandant habe den Deal nur verhindern wollen. Tatsächlich sei außerdem gar nichts passiert, es habe nie "auch nur ein Fingerhut voll" Kokain den Besitzer gewechselt. Am letzten Verhandlungstag wurden endlose Telefonprotokolle vorgespielt, aus denen nicht viel hervorging und zu denen sich der Beschuldigte nur sehr vage äußerte. "Ich kann mich nicht erinnern" und "Dazu kann ich nichts sagen" waren seine Standardsätze.
Der Schöffensenat (Vorsitz: Elisabeth Juschitz) befand den 47-Jährigen für schuldig. Er wurde wegen versuchten Schmuggels zu 15 Jahren Haft verurteilt und kündigte sofort Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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