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21.07.2012
Häuser mitgerissen
Mure verwüstet steirisches Dorf
In den Morgenstunden rollte eine bis zu zehn Meter hohe Mure in das Ortsgebiet der 374-Seelengemeinde. Die Erdmassen rissen mehrere Gebäude mit sich. Häuser und ein Gewerbeobjekt wurden evakuiert. Etwa 20 Menschen waren in dem Dorf eingeschlossen.
Die Kleine Zeitung berichtet, dass die Menschen deshalb festsaßen, weil die Brücken vor ihren Häusern weggespült wurden. "Es hat etliche Garagen und einen Stall weggerissen, Autos liegen am Dach, die Ortschaft ist verwüstet", berichtet ein Reporter des Blattes.
+++ Mann bei Murenabgang getötet +++
St. Lorenzen ist derzeit nur aus der Luft erreichbar. Zur Evakuierung der Eingeschlossenen wurden Hubschrauber des Innenministeriums und des Bundesheeres eingesetzt. Ein Mann wurde schwer verletzt. Weil die Einsatzkräfte nicht anders zu ihm kamen, musste er in der Schaufel eines Traktors abtransport werden. Die Einsatzkräfte glauben, dass es keine Vermissten gibt.
Auch Oppenberg abgeschnitten
Während in St. Lorenzen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren laufen kämpft auch das in der Nähe gelegene Oppenberg mit den Erdmassen nach einem Murenabgang. Die 250 Einwohner sind von der Außenwelt abgeschnitten, da die Zufahrtswege verschüttet wurden. Der Oppenberger Bürgermeister Franz Schrattenthaler (V) sprach im Vergleich zu St. Lorenzen von einem "blauen Auge", mit dem seine Ortschaft davongekommen ist. In seiner Gemeinde sind keine Gebäude beschädigt worden.
Schwarzenbach evakuiert
Nach dem Triebener Ortsteil Sankt Lorenzen wurde am Samstagnachmittag auch der Ortsteil Schwarzenbach evakuiert. Nach Angaben des Bürgermeisters von Trieben, Helmut Schöttl, drohen dort ebenfalls Muren abzugehen. Betroffen seien 100 bis 150 Menschen, die Evakuierung werde von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Polizei durchgeführt. Die Betroffenen würden so wie die Bewohner von Sankt Lorenzen im Freizeitheim von Trieben untergebracht, so sie nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen können.
In Kleinsölk (Bezirk Liezen) wurde der Katastrophenalarm ausgelöst. Laut Kurt Kalcher von der Landeswarnzentrale Steiermark seien 35 Bewohner des hinteren Talbereiches von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtswege müssten erst von den Einsatzkräften frei geräumt werden
Katastrophenalarm ausgelöst
In der Steiermark traten mehrere Flüsse über die Ufer und rissen teilweise sogar Brücken mit sich. Umgestürzte Bäume und Muren sorgten für blockierte Straßen. Unzählige Keller, Garagen und Straßen wurden überflutet, die Feuerwehren sind im Dauereinsatz. In manchen Orten wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Die Böden können mittlerweile kein Wasser mehr aufnehmen.
Die Brucker Schnellstraße (S35) ist Samstagnachmittag von den Behörden wegen der hochwasserführenden Mur ab Mixnitz in Fahrtrichtung Norden gesperrt worden.
Pegel der Enns in Steyr steigt
In Steyr ist der Pegelstand der Enns im Laufe des Samstags weiter leicht gestiegen, nachdem bereits am Vormittag die Hochwasser-Voralarmgrenze von 4,70 Metern erreicht worden war. Um 16.00 Uhr betrug der Wasserstand laut Hydrographischem Dienst 4,82 Meter. Ab einem Pegelstand von 5,10 bis 5,20 Meter (Hochwasser-Alarmgrenze; Anm.) werde es "kritisch", so die Feuerwehr.
Enns- und Ortskai wurden gesperrt, Autos entfernt und der mobile Hochwasserschutz aufgebaut. Jetzt müsse man abwarten, wie sich die Wettersituation in den Abendstunden weiter entwickle, so die Feuerwehr am späten Nachmittag. Auslöser für den hohen Pegelstand der Enns seien vor allem die heftigen Regenfälle in der Steiermark, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
+++ Felssturz auf Burg Hochosterwitz +++
Kühe von Blitz getötet
In Tirol kam es ebenfalls zu einem dramatischen Zwischenfall. Im Hochtal Wildschönau wurden am Donnerstag acht Kühe von einem Blitz getötet, fünf von ihnen waren trächtig. Ungefähr zur selben Zeit schlug neben zwei deutschen Wanderern auf der Nordkette ein Blitz ein. Einer von ihnen wurde dabei verletzt.
Beachvolleyball-Turnier abgebrochen
Aufgrund des Unwetters musste beim Beachvolleyball-Grand Slam in Klagenfurt der Spielbetrieb bis auf weiteres eingestellt werden. Alle Spiele wurden auf Sonntag verlegt.
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