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31.07.2012

Schlossherrin insolvent

Für Renaissanceschloss wird Käufer gesucht

Oststeirische Renaissanceschloss Hainfeld

Das oststeirische Renaissanceschloss Hainfeld wird im Rahmen eines Konkursverfahrens gegen die bisherige Schlosseigentümerin zum Verkauf angeboten. (© APA)

Das oststeirische Renaissanceschloss Hainfeld - einst im Besitz des österreichischen Orientalisten Joseph Hammer-Purgstall - wird im Rahmen eines Konkursverfahrens gegen die bisherige Schlosseigentümerin zum Verkauf angeboten. "Das Sanierungsverfahren wird in ein Konkursverfahren übergeleitet", erklärte Masseverwalter Michael Berghofer aus Feldbach am Dienstag. Der Masseverwalter sucht nun nach zahlungskräftigen Käufern auch im Ausland.

Das größte Wasserschloss der Steiermark wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als stattlicher Vierflügelbau errichtet und befand sich seit 1719 in Besitz der Familie Purgstall. Nachdem das denkmalgeschützte Objekt der Öffentlichkeit lange nicht zugänglich war, hat die bisherige Eigentümerin in einer Reihe von Kulturveranstaltungen bis hin zum steirischen Kulturfestival "Regionale 2008" das Schloss dem interessierten Publikum geöffnet und das Objekt teilsaniert. In den vergangenen Jahren haben sich dadurch Verbindlichkeiten in der Höhe von rund einer Mio. Euro angesammelt, so der Masseverwalter. Im Mai dieses Jahres wurde ein Sanierungsverfahren angemeldet, das nun in ein Konkursverfahren über das Vermögen der Eigentümerin übergeführt wurde. Rund 35 Gläubiger haben Forderungen in der Höhe von 1,1 Mio. Euro angemeldet.

Noch keine konkreten Angebote
Bisher hat man im Zuge eines Bestbieterverfahrens auf Angebote für die auf einen Verkehrswert von zwei Millionen Euro geschätzte Liegenschaft gehofft. In den vergangenen Wochen habe es laut Berghofer "vereinzelt Interesse, aber keine konkreten Angebote" gegeben. Nun habe er einige Makler sowohl aus Österreich als auch Deutschland ins Boot geholt, die ihre Fühler auch nach Russland ausstrecken wollen.

Zusätzliche Kosten
Neben dem Kaufpreis wird der künftige Käufer aber auch für Renovierung und Erhaltung tief in die Tasche greifen müssen: "Laut Sanierungskonzept, das die bisherige Eigentümerin 2005 erstellen ließ, wären rund sieben Mio. Euro notwendig, um das Schloss tip-top zu renovieren. Einiges wurde bereits investiert, um den Verfall zu stoppen wäre sicherlich eine Investition in der Höhe des Kaufpreises notwendig", schätzte der Masseverwalter. Nach einem Befund des Bundesdenkmalamtes aus dem Jahr 2008 steht die Sanierung der ausgedehnten Dachflächen des um einen quadratischen Innenhof angelegten Schlosses an. Hinzu kämen noch Betriebskosten von rund 100.000 Euro jährlich. Bis Jahresende will Berghofer den Verkauf der Liegenschaft abgeschlossen haben.
(© APA)

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