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13.08.2012
"Ich erschlag euch"
64-Jähriger bedrohte Sanis - ein Monat bedingt
Als die Sanitäter die Kranke zum Fahrzeug brachten, soll der Beschuldigte ihnen zugerufen haben: "Wenn ihr nicht sofort verschwindet, dann erschlag ich euch!" (© Fotolia/Symbolbild)
Der Wahlburgenländer, der sich "vollkommen nicht schuldig" bekannte und eine Absprache sämtlicher Zeugen gegen ihn ortete, legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Ein Rettungswagen sollte am 3. März dieses Jahres im Südburgenland gegen Mitternacht die Frau des 64-jährigen gebürtigen Vorarlbergers abholen, die unter anderem an Herzinsuffizienz und Diabetes litt.
Als die Männer die Kranke zum Fahrzeug brachten, habe der Beschuldigte ihnen zugerufen: "Wenn ihr nicht sofort verschwindet, dann erschlag ich euch!", so Anklägerin Karin Lückl. Dabei habe er die Sanitäter mit einer etwa 30 Zentimeter langen Taschenlampe bedroht und sei ihnen nachgelaufen. Der 64-Jährige, dessen Frau mittlerweile verstorben ist, bestritt die Vorwürfe.
Mit Taschenlampe "lediglich Stiege ausgeleuchtet"
Die beiden Rettungsleute seien "ganz gemütlich" aus dem Auto gestiegen. Der Fahrer hätte ihn "herablassend" behandelt und es zunächst abgelehnt, seine Frau ohne Transportschein mitzunehmen. Beim Abtransport seiner Frau hätten die beiden Helfer bei der Wohnungstür noch einmal gestoppt und ihn "angegrinst". Die Taschenlampe habe er "am Lampenkopf" genommen und mit ausgestreckter Hand gehalten, um die Stiege zu beleuchten, schilderte der Beschuldigte. "Ich habe weder den einen noch den anderen weder verbal bedroht noch mit der Taschenlampe", gab der Mann zu Protokoll.
Dem 64-Jährigen sei alles zu langsam gegangen, berichtete der 57-jährige Rettungsfahrer. Schließlich habe er zu den beiden gesagt: "Ihr Arschlöcher, wenn's nicht schneller tuts, dann schlag ich euch nieder." Als die Rettungsmitarbeiter schon dabei gewesen seien, mit der Frau die Wohnung zu verlassen, habe der Ehemann eine Maglite (Taschenlampe, Anm.) genommen und sie bedroht.
Polizist nach Einvernahme: "Mir ist sowas noch nicht untergekommen"
Ein 24-Jähriger, der ehrenamtlich als Sanitäter arbeite, bestätigte die Aussagen seines Kollegen. "Er hat schon Druck gemacht", beschrieb der Zeuge das Verhalten des Beschuldigten, dem "scheinbar alles ein bisschen zu langsam gegangen" sei. Ein Polizist sagte aus, der Wahlburgenländer habe auch bei seiner Befragung nicht mit deftigen Worten gespart: "Mir ist sowas noch nicht untergekommen, seit ich Einvernahmen mach."
"Ich bin überzeugt, dass es so war, wie die Rettungsfahrer gesagt haben", meinte Einzelrichterin Karin Knöchl und sprach den 64-Jährigen schuldig: "Sie glauben, Sie haben alle Rechte der Welt und können sich aufführen, wie Sie wollen." Dem Verurteilten, der ohne Rechtsbeistand zum Prozess erschienen war, gab sie den Tipp, sich für die Berufungsverhandlung einen Anwalt zu suchen.
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