Bewegende Trauerfeier Österreich

Inzing nahm Abschied von Muren-Opfern

Inzing nahm Abschied von Muren-Opfern

Die jungen Tiroler wurden von den Erdmassen lebendig begraben (© APA)

Mure Tirol Inzing
Die jungen Tiroler wurden von den Erdmassen lebendig begraben
Mit einer bewegenden Trauerfeier hat am Samstag der Tiroler Ort Inzing (Bezirk Innsbruck Land) Abschied genommen von jenen beiden jungen Tirolern, die am vergangenen Sonntag bei einem riesigen Hangrutsch ums Leben gekommen waren.

In und rund um die Pfarrkirche standen die Trauernden während der Messe. Anschließend folgten sie den Särgen des 31-Jährigen und seiner 24-jährigen Begleiterin bis zum örtlichen Fußballplatz, wo den beiden sportbegeisterten Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen wurde.

"Ich möchte Danke sagen an die liebe, große Familie, die gekommen ist", meinte der Pfarrer zuvor in der Messe und veranschaulichte damit, wie sehr die beiden jungen Inzinger in der Dorfgemeinschaft verwurzelt waren. Viele junge Menschen wohnten dem Begräbnis bei, darunter die Kameraden des örtlichen Volleyballclubs, bei dem die Verstorbenen als Trainer, Funktionäre und Spieler fungierten.

Mitspieler sprachen Fürbitten
Bereits vor Beginn der Trauerfeier wurde das Lied "You are not alone" von Michael Jackson dargeboten, während der Messe erklang unter anderem Eric Claptons "Tears in Heaven". Die Fürbitten sprachen Spieler des Volleyballvereins. Auch die beiden Geschwister der Toten fanden berührende Worte. Freunde und Arbeitskollegen kamen ebenfalls zu Wort und erinnerten an zwei Menschen, die voll im Leben gestanden und immer ein offenes Ohr und Herz für ihre Mitmenschen gehabt hätten.

"Totale Ohnmacht"
"Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet", zitierte einer der Trauerredner eine bekannte Liedzeile und beschrieb so das Wesen der verstorbenen jungen Frau. "Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen",  erinnerte Bürgermeister Kurt Heel in seiner kurzen Rede an einen Spruch Albert Schweitzers.

Er sprach auch über die bangen Stunden der Bergung, in denen er "totale Ohnmacht" gespürt habe. Auch dankte er den Einsatzkräften: "Sie haben ihr Leben riskiert". Am Ende der Messe wandte sich der Vater der Verstorbenen an die Trauergemeinde. Anschließend wurden auf einer Leinwand, unter musikalischer Begleitung, Bilder aus dem viel zu kurzen Leben der jungen Tiroler gezeigt. Daraufhin setzte sich der lange Trauerzug  bei brütender Hitze bis zum Sportplatz in Bewegung.

Der gewaltige Hangrutsch auf die Forststraße bei Inzing hatte sich am Sonntagnachmittag ereignet. Zuvor hatte es keinen Niederschlag oder heftiges Gewitter gegeben. Die Bergung der beiden Verunglückten gestaltete sich schwierig. Der betroffene Forstweg ist nach wie vor gesperrt.

APA/red

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