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22.08.2012

Justizskandal

Vergewaltiger trotz Rückfallgefahr in Freiheit

Heribert B.

Heribert B. muss nicht ins Gefängnis (© Archiv)

Skandalöses Detail um den Vergewaltiger, der seine Strafe in seinen eigenen vier Wänden absitzen darf. Die Justizanstalt Salzburg, die ursprünglich über den Antrag des Mannes zu entscheiden hatte, hatte die Fußfessel noch wegen Rückfallgefahr abgelehnt.

+++ Vergewaltiger muss keinen Tag hinter Gitter +++

Ausschlaggebend dafür war eine Stellungnahme der Begutachtungs-und Evaluationsstelle für Gewalt- und Sexualstraftäter, deren Meinung seit Einführung der elektronischen Fußfessel im September 2010 immer dann eingeholt wird, wenn Sexualstraftäter oder wegen Tötungsdelikten Verurteilte um eine Fußfessel ansuchen. Beim Hundetrainer fielen bei einigen Testgutachten die Ergebnisse derart aus, dass die Leitung der Justizanstalt Salzburg erhebliche Bedenken hatte, diesem die Fußfessel zu genehmigen. Sein Antrag wurde daher zurückgewiesen.

Dagegen legte der Mann Beschwerde ein, und tatsächlich drehte die Vollzugskammer am Oberlandesgericht Linz die Entscheidung um. "Wir müssen daher nun den elektronisch überwachten Hausarrest unter den erteilten Auflagen durchführen", so Peter Prechtl, der Leiter der Vollzugsdirektion, am Mittwoch.

Kein Kommentar aus dem Justizministerium
Im Justizministerium wollte man den Umstand, dass der Vergewaltiger einer Minderjährigen damit keinen Tag ins Gefängnis muss, nicht kommentieren. "Gerichtliche Verurteilungen und Vollzugsanordnungen sind Entscheidungen der unabhängigen Justiz", sagte Ressortmediensprecherin Dagmar Albegger. Auch zur über den Hundeausbildner verhängten, vergleichsweise milden Strafe wollte sie aus demselben Grund nicht Stellung beziehen: "Richter bewegen sich mit ihren Urteilen innerhalb eines Strafrahmens und schauen im Einzelfall, welche Strafe angemessen ist."


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6 Kommentare von unseren Lesern

0

N.Manuela (1)
20.09.2012 06:56

Fußfessel
Es macht einen sehr traurig zu sehen was ein Menschenleben, das durch die Hand eines Anderen zerstört wird, wert ist! Für alle Opfer ist es ein Schlag ins Gesicht und mehr als unverständlich.

Unsere Frau Justizministerin weiß anscheinend nicht, dass man eine solche an sich verübte Tat sein Leben lang mit sich trägt, und mit solchen Urteilen wieder verstärkt aufkeimen. Danke Frau Ministerin, ich hoffe sie können sich noch in den Spiegel sehen!

Überfällt man eine Bank bekommt man sehr viele Jahre aufgebrummt. Fügt man einem Menschen physischen und psychischen Schmerz zu, dann geht man mit Fußfesseln heim. Bravo!

Ich schäme mich in diesem Fall ein Mensch zu sein!!!

0

BlueStarVIE (45)
24.08.2012 11:24

Sehr geehrte Frau Justizministerin!
Ein Rechtssystem, in dem Vergewaltiger ihre Strafe im Hausarrest "absitzen" dürfen ist verkorkst und mehr als fragwürdig! Der Hausarrest ist KEINESFALLS mit einer Haftstrafe vergleichbar; im Unterschied zu einer Haftstrafe ist der Hausarrest nämlich sehr bequem.

Damit wird ein Kapitalverbrechen zu einem Quasi-Kavaliersdelikt und für die Opfer gibt es keinerlei Sicherheit, denn die Fußfessel verhindert ja nicht, dass der Täter an seinem Opfer Rache verübt.

Die Verwahrung in Haftanstalten sollte vor allem dem Zweck dienen, die Gesellschaft zu schützen. Sie aber machen daraus einen Witz, verhöhnen die Opfer und signalisieren einmal mehr, dass man sich mit billigen Schauspieler-Tricks einer gerechten Strafverfolgung entziehen kann.

Ob der Mann tatsächlich unter Platzangst leidet, interessiert mich eigentlich nicht im Geringsten. Er hatte vorher offenbar keine Angst vor Strafverfolgung, also sollte er jetzt auch mit den Konsequenzen leben. Und zwar im Gefängnis!

0

ConnyCupcake (3)
23.08.2012 17:49

Es macht
mich wirklich sprachlos! Niemand, der nicht in dieser Situation war, kann sich vorstellen, was es heisst vergewaltigt worden zu sein. Es heisst:
sich einzusperren, aus Angst jeden Raum der Wohnung 3 Mal mit einem Pfefferspray in der Hand zu kontrollieren, nicht mehr im dunkeln rauszugehen, niemandem mehr zu vertrauen, Tag und Nacht das Erlebte im Kopf abzuspielen ohne dass man es will.
Es heisst:
nachts schweißgebadet aufzuwachen und sich in seiner EIGENEN Wohnung nicht einmal mehr aufs WC zu trauen, sich vor seinem eigenen Schatten so zu errschrecken, dass man anfaengt zu weinen und und und..
Jemand der DAS erlebt hat sollte der einzige sein, der ueber solche verdammten Unmenschen urteilen darf! Wie kann der zustaendige Richter sein Urteil vertreten und es verantworten wenn dieses Scheusal rueckfaellig wird? Ich bin wirklich fassunglos und schwer enttaeuscht von unserem Justitzsystem. Ein SCHANDE für unser Land!!

0

Ricky (421)
22.08.2012 21:10

Fußfessel für Vergewaltiger
Ich bin erschüttert über das Urteil.Ein zu recht verurteilter Schwerverbrecher wird mit einer Fußfessel aus der Haft entlassen u. darf seine Strafe in seinem Haus mehr od. wenigerabsitzen. Wie muß sich das arme Opfer fühlen. Er ist in Freiheit und sie Gefangene ihrer Ängste u. hat immer die Bilder vor Augen. Gebt doch dem Mädchen den Glauben an eine gerechte Justiz in Österreich zurück.Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben. In mir kocht die Volksseele, aber würde ich so schreiben wie ich denke, würde mein Kommentar gelöscht werden.

0

ymirssohn (1)
22.08.2012 17:28

Unabhängig davon
wie man im Detail zu diesem Urteil steht - "nicht in Haft" heißt noch lange nicht "Freiheit".
So viel zu "objektivem Journalismus" ....

1

charlinchen (93)
22.08.2012 14:44

Hat man auch bedacht
das sich dieser Vergewaltiger per Telefon jemanden in sein Haus bestellen u.vergewaltigen kann od. ist man bei der Justiz des Denken nicht mächtig?


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