Richterin sprach ihn frei Österreich

Kiffender Präsenzdiener ungewollt untauglich

Kiffender Präsenzdiener ungewollt untauglich

Seine Raucherei wird einem jungen Rieder jetzt zum Verhängnis. (© APA)

Seine Raucherei wird einem jungen Rieder jetzt zum Verhängnis.
Seine Raucherei wird einem jungen Rieder jetzt zum Verhängnis.
Ein 19-jähriger Grundwehrdiener aus Ried im Innkreis stand unter Verdacht, durch Marihuana-Konsum absichtlich seine Dienstuntauglichkeit herbeigeführt zu haben. Am Donnerstag wurde er am Landesgericht Salzburg im Zweifel freigesprochen. Die Richterin ortete ein Drogenproblem und glaubte dem jungen Mann außerdem, dass er die Drogen nur am Wochenende und nicht im Dienst konsumiert hatte. Der Freispruch ist nicht rechtskräftig.

Ein Präsenzdiener der Schwarzenbergkaserne in Salzburg soll heuer im Frühling durch die Einnahme von Drogen absichtlich seine Dienstuntauglichkeit herbeigeführt haben. Einzelrichterin Christina Rott sprach den jungen Mann im Zweifel frei. "Ich glaube, Sie haben ein Drogenproblem und greifen deshalb zu Joints", sagte die Richterin.

Drei positive Urinproben
Nach zweimaliger Ermahnung und drei positiven Urinproben im Zeitraum von Anfang Mai bis Anfang Juni wurde der Oberösterreicher vom Präsenzdienst nach drei Monaten entlassen. Das Bundesheer ging der gesetzlichen Verpflichtung nach, und das Fliegerabwehrbataillon Wals-Siezenheim brachte Ende Juni eine Strafanzeige wegen "Herbeiführung der Dienstuntauglichkeit" nach dem Militärstrafgesetz ein.

Ein Major hatte den Angeklagten im Prozess belastet: Der Präsenzdiener habe nach der zweiten Ermahnung beim Rapport gesagt, er wisse, wenn der dritte Harn-Test positiv sei, "dann darf er abrüsten", zitierte der Zeuge den Beschuldigten. "Ich sagte, er muss abrüsten, und das zieht eine Strafanzeige nach sich. Er war nicht eingeschüchtert, er hat mit Achselzucken reagiert", schilderte der Major. "Mir ist vorgekommen, er hat das gemacht, damit er abrüsten kann", meinte der Major.

"Wollte nicht erreichen, dass sie mich raushauen"
Staatsanwalt Alexander Winkler ging ebenfalls davon aus, dass der Angeklagte das Cannabis nach dem zweiten Test in den folgenden sieben Tagen bewusst genommen hätte, damit auch der dritte Test positiv ausfällt.

Der Oberösterreicher entgegnete: "Ich wollte nicht erreichen, dass sie mich raushauen. Ich sagte, ich möchte mich ändern." Denn er habe ja gewusst, dass er dann 2013 noch einmal zur Stellung und einrücken müsse. "Zum Schluss habe ich es ja am schönsten gehabt, ich war in der Küche stationiert. Die Arbeitszeit war super." Die Drogen habe er nie im Dienst, sondern an den Wochenenden daheim in Oberösterreich konsumiert, erklärte der 19-Jährige. Die Richterin glaubte seinen Angaben.

Kiffender Präsenzdiener will sich ändern
Die Richteirn gab ihm noch den Rat auf den Weg mit, keine Drogen mehr zu nehmen.Der Bursch, er ist derzeit arbeitslos, war bereits wegen Vergehens nach dem Suchtmittelgesetz vor Gericht gestanden. Eine Bewährungshelferin hatte der Richterin mitgeteilt, dass der Oberösterreicher zu einer Änderung seiner Lebenssituation bereit ist. Eine ambulante Suchttherapie ist geplant.

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1 Kommentar
thomas-w-schmidt Routinier (96)

Antworten Link Melden 0 am 23.08.2012 13:55

Wer sich untaugluch kiffen will, muss sowieso ausgemustert werden - psychologisch bedenklich.

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