Kein Strom im Zaun Österreich

Flüchtiger Luchs hatte leichtes Spiel

Ein Luchs flüchtete aus einem Gehege des Salzburger Zoos

(© Patrick Pleul (dpa-Zentralbild))

Luchs aus Salzburger Zoo ausgebrochen
Die Fangversuche verliefen bisher erfolglos
Der aus dem Salzburger Tiergarten Hellbrunn entkommene Luchs "Vivious" befand sich am Montag weiter auf der Flucht. Nach Tagung der zoo-internen Expertenkommission am Vormittag ist nun aber klar, wie das Tier fliehen konnte: Im Elektrodraht des Geheges befand sich kein Strom.

Am Sonntag war von dort bereits zum dritten Mal seit Juni eine Raubkatze geflüchtet. "Er ist über den Zaun geklettert. Ein Tierpfleger und auch der Tierarzt waren direkt davor. "Es ist ein heimisches Wildtier, so gefährlich ist es also nicht. Aber wir hätten ihn doch gerne wieder."

Stromausfall wegen Sturm
 "In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es Sturm. Dabei brachen Äste von Bäumen und kamen im hinteren Teil des Geheges auf dem Elektrodraht zu liegen. Sie haben eine Erdung hergestellt, darum war kein Strom im Draht", erklärte der deutsche Wildtierexperte und Leiter der Untersuchungskommission, Henning Wiesner. "Der Luchs hat mit seinem guten Gehör gemerkt, dass kein Saft mehr fließt, das typische Knistern war weg. Darum konnte er den Zaun schließlich hinauflaufen und sich auf der anderen Seite runterfallen lassen."

"Dummer Zufall"
Wiesner, langjähriger Direktor des Münchner Zoos Hellabrunn (1980 bis 2009), sprach von einem dummen Zufall: "Allerdings war es ein Versäumnis, am Morgen nicht zu prüfen, ob Strom im Draht ist." Der Zoo könne aus dem Vorfall aber eine Lehre ziehen. "Die Tierpfleger können ihre Arbeit in Zukunft noch genauer verrichten. Auch jeder Bauer, der Kühe auf die Weide lässt, prüft, ob Strom im Zaun ist oder nicht."

"Wir konzentrieren uns derzeit auf Spuren am nahen Hellbrunner Berg", betonte Zoosprecherin Christine Beck "Der Luchs findet dort wegen der dichten Vegetation optimalen Deckungsraum." Die Befürchtung, die Raubkatze könnte in der Nacht das Weite gesucht haben, dürfte sich zunächst nicht bestätigt haben.

Verschiedene Fangmethoden kommen zur Anwendung
Rund 20 bis 25 mit Funkgeräten ausgestattete Helfer standen laut Beck am Montagvormittag im Einsatz und suchten Fußabdrücke vom Tier. Zootierarzt Jochen Lengger und Betriebsleiter Rupert Eckkramer seien zudem mit Betäubungsgewehren auf der Jagd nach dem Tier. Außerdem wird sich der Zoo aus dem bayerischen Nationalpark Berchtesgaden eine Kastenfalle ausborgen. 

Der kleine Hellbrunner Berg, an dessen Westabbrüchen der Zoo liegt, wird momentan nicht von der Polizei abgeriegelt. Beck ersucht Schaulustige, die Arbeiten der Helfer nicht zu stören. Mit dem deutschen Wildtier- und Blasrohrexperten Henning Wiesner, dem ehemaligen Direktor des Münchner Zoos Hellabrunn, steht auch ein prominenter Helfer im Einsatz.

Das Tier ist laut Grebner im Mai 2011 geboren und befindet sich erst seit 7. August 2012 im Zoo Salzburg. Vermutlich stand es noch unter Stress und ist deshalb geflüchtet. Da die anderen Jungtiere kürzlich abgegeben wurden, bildet er zusammen mit einem Weibchen zurzeit das einzige Luchs-Paar in Hellbrunn.

Bereits zum zweiten Mal entkam ein Gepard aus dem Salzburger Zoo
Bereits zum zweiten Mal entkam ein Gepard aus dem Salzburger Zoo
Zwei weitere Male Raubkatzen ausgebüxt
Zwei Mal sind in diesem Jahr bereits Raubkatzen aus ihrem Gehege in Hellbrunn ausgebüxt. Am 5. Juni rissen zwei weibliche Geparden aus, verließen das Tiergartengelände und marschierten Richtung Anif. Die Rufe der Mutter - und der Einsatz Dutzender Tierpfleger und Polizisten - hatten die beiden Ausreißer schließlich zur freiwilligen Rückkehr bewegt.

Eines der beiden Tiere riss am 1. Juli neuerlich aus. Nach rund zehn Minuten konnte es wieder ins Gehege zurückgedrängt werden. Dieser Vorfall wurde erst zwei Wochen später bekannt. In der Folge wurde beschlossen, den Neubau der Geparden-Anlage vorzuziehen. Die Arbeiten sind inzwischen im Gang und werden voraussichtlich im Oktober abgeschlossen.

Tragisch endete ein Wildkatzen-Ausbruch im Kölner Zoo. Ein Tiger brach aus und fiel eine Pflegerin an. Die Frau erlag ihren schweren Verletzungen. Der Zoo-Direktor erschoss das Tier mit einem Großkaliber-Gewehr.

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1 Kommentar
Paul111 Routinier (18)

Antworten Link Melden 0 am 27.08.2012 15:04

Schade das der Luchs weg ist, aber man soll das nicht so dramatisieren. Jetzt ist eben ein Luchs schon früher ausgewildert worden. Die Frage ist doch, warum kein Strom im Kabel war.

Der Tiger in Köln ist nicht ausgebrochen. Außerdem ist er nicht mit einem Luchs zu vergleichen. Naja, beide sind Katzen. Der eine groß und der Andere kleiner

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