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31.08.2012

Bub zu Pflegeeltern

Kindesmisshandlung kam spät ans Licht

Erst im LKH Graz kam man der Frau auf die Schliche.

Erst im LKH Graz kam man der Frau auf die Schliche. (© Wikipedia)

In Graz ist am Freitag ein Fall von Kindesmisshandlung bekanntgeworden. Wie die Polizei mitteilte, steht eine 20-jährige Staatsangehörige der Dominikanischen Republik in Verdacht, ihren 22 Monate alten Sohn geschlagen und eine Schädelprellung zugefügt zu haben.

Die Beschuldigte wurde angezeigt, das Kind befindet sich bei Pflegeeltern. Der Vorfall kam erst allmählich ans Licht: Bekannte der 20-Jährigen, die mit ihr gemeinsam in einer Unterkunft in Graz-Gries wohnen, hatten am vergangenen Montag Anzeige erstattet. Nach ihren Schilderungen hatte die junge Mutter einige Tage zuvor ihnen knapp zweijährigen Sohn auf den Rücken geschlagen und ihn auf den Boden geworfen. Grund dafür sei gewesen, dass der Kleine das Handy der Frau in den Mistkübel warf.

Filmreiche Auseinandersetzung
Wegen des Vorfalls sei es dann zu einer Auseinandersetzung mit den Mitbewohnerinnen - zwei Frauen aus der Dominikanischen Republik und einer Slowakin - gekommen. Als diese die 20-Jährige am Verlassen der Wohnung hindern wollten, seien sie mit dem Messer bedroht worden. Bei einem Gerangel hätten dann die 20-Jährige selbst und eine 18-jährige Mitbewohnerin leichte Schnittverletzungen an den Händen erlitten. Dann drohte die 20-Jährige noch, gemeinsam mit ihrem Sohn aus dem in das Stiegenhaus führende Fenster zu springen. Zu diesem Zeitpunkt war auch die Polizei eingeschritten, die von Nachbarn alarmiert worden war: Allerdings wurden die Verletzungen von den Beteiligten als Unfall hingestellt und der später geäußerte Vorhalt, dass das Kind von der 20-Jährigen beinahe täglich geschlagen werde, kam nicht zur Sprache.

Offenbarung im Krankenhaus
Noch am selben Tag fuhr die neue Lebensgefährtin des Kindsvaters, die von dem Vorfall mitbekommen hatte, mit dem Buben ins LKH Graz, wo man eine Schädelprellung diagnostizierte. Auch wenn zunächst von einem Sturz die Rede war, schöpfte man Verdacht und schaltete die Polizei ein. Die Verletzung war leichterer Natur, es hätten sich keine Hinweise auf ständige Misshandlungen ergeben, so der ermittelnde Beamte. Im Zuge der Einvernahmen gab die 20-Jährige zu, ihr Kind gestoßen zu haben - sonstige Misshandlungen bestritt sie. Die Frau wurde angezeigt und das Kind vom Jugendamt, das mit Mutter und Kind bereits mehrfach befasst war, in die Obhut von Pflegeeltern gegeben.

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