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02.09.2012

Vorarlberger Pfarre geschockt

Pfarrer legt nach 27 Jahren aus Protest Amt zurück

Die Pfarrkirche Mariaheimsuchung in Haselstauden. Im Vordergrund der Friedhof mit der Kapelle. Mitte links ist das ehemalige Redemptoristenkloster.

Die Pfarrkirche Mariaheimsuchung in Haselstauden. Im Vordergrund der Friedhof mit der Kapelle. Mitte links ist das ehemalige Redemptoristenkloster. (© Wikipedia)

Während der Sonntagsmesse in seiner Pfarre in Dornbirn-Haselstauden ließ Pfarrer Ronald Waibel (54) die Bombe platzen: Nach 27 Jahren als Seelsorger will er sein Amt zurücklegen. Aus Protest, meinte er zu seinen Schäfchen. Er habe immer größere Schwierigkeiten, Vertreter der von Rom zentralistisch regierten Kirche zu sein.

Er habe sich zu Pfingsten zu diesem Schritt entscheiden, erklärte Waibel in der Sonntagsmesse seine Beweggründe. Er finde für sich als Priester "keine lebbaren Arbeitsbedingungen" mehr vor, wurde Waibel auf Voralberg Online (vol.at) zitiert: "Damit meine ich besonders die Verweigerung des Dialogs in den so dringend notwendigen Reformen, insbesondere, was die Zulassungskriterien zum Weiheamt betrifft. Aber auch das fehlende Vertrauen in uns Mitarbeiter, die sich Gedanken über die Zukunft unserer Kirche machen. Und auch dieses ewige Warten auf einen neuen Bischof, als ob sie nicht gewusst hätten, dass Bischof Elmar 75 wird."

Mit Pfarre und Diözese zufrieden, aber nicht mit Rom
Sein Ausscheiden habe nichts mit der Pfarre zu tun, wo er viel Wertschätzung erfahren habe, offensichtlich auch nicht mit der Diözese Feldkirch. Denn Waibel dankte bei seinem Abschied vor den Messbesuchern ausdrücklich der Diözesanleitung, von der er "großes Entgegenkommen" erhalten habe.

Auch wenn die Entscheidung nicht nachvollziehbar sei, müsse sie respektiert werden, hieß es in einer Stellungnahme der Diözese. Diözesanadministrator Benno Elbs bedauerte den Schritt und dankte Waibel für seinen Einsatz als Priester in verschiedenen Pfarreien. Waibel war seit 27 Jahren Seelsorger, unter anderem auch in Egg im Bregenzerwald, als dort 2008 beim Brand des Vinzenzheimes zwölf Menschen ums Leben gekommen waren.

Karriereziel: Krankenpfleger
Ronald Waibel wird von der Diözese dienstfrei gestellt und für seine berufliche Neuorientierung finanziell unterstützt. Er wolle sich zum Diplom-Krankenpfleger ausbilden lassen, erklärte er.

APA/red.

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