Höchster Berg Österreich

Klimawandel baut Gipfelkreuz des Großvenedigers ab

Klimawandel baut Gipfelkreuz des Großvenedigers ab

In den letzten Jahren sind auf dem Gipfel etwa acht Meter dauerhaften Schnees geschmolzen. (© Bergrettung Prägraten)

Großvenediger Gipfelkreuz
In den letzten Jahren sind auf dem Gipfel etwa acht Meter dauerhaften Schnees geschmolzen.
Der heurige Sommer hat eine so starke Abschmelzung gebracht, dass der Großvenediger - mit 3.660 Metern Salzburgs höchster Berg - sein Gipfelkreuz vorläufig verliert.

Der Klimawandel wirkt sich jetzt schon in sehr großen Seehöhen stark aus: Seit Jahrzehnten stand das Gipfelkreuz des Großvenedigers gut verankert auf einer massiven, auch im Sommer gefrorenen Schicht aus Gletscherfirn umd Eis - direkt auf der Landesgrenze zwischen dem Salzburger Pinzgau (Bezirk Zell am See) und Tirol (Bezirk Lienz).

Heuer schmolzen auf der einst markanten Firnschneide des Gipfels weitere Meter Schnee, sodass das Kreuz schon auf purem Blankeis sitzt. Vor einigen Tagen entdeckte ein Bergführer aus Virgen, dass das Gipfelkreuz um- oder abzustürzen drohte und eventuell auch Menschenleben gefährden könnte.

Rettungsaktion
Ein Alpinpolizist und Bergrettungsmänner aus Prägraten flogen daraufhin mit dem Polizeihubschrauber „Libelle“ hinauf und sicherten das Kreuz behelfsmäßig. Die Männer bohrten mit einer von der Tiroler Bergrettung für Lawineneinsätze entwickelten Dampfsonde einige Löcher in das Gipfeleisfeld, um das Kreuz mit neuen Stahlseilen und Eisschrauben vorläufig zu verankern. Wenige Tage später wurde es umgelegt, um es vor einem Absturz zu bewahren.

Geplant ist nun, das Venediger-Kreuz auf festem Fels des ganz oben mittlerweile voll ausgeaperten Westgrates dauerhaft zu verankern. Friedl Steiner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Prägraten, betonte, bis vor kurzem sei es noch unmöglich gewesen, im Gipfelbereich diese Felsen zu nutzen: „Erst seit einigen Tagen bzw. Wochen liegt der obere Teil des Westgrates durch den Klimawandel nun völlig frei.“ Geplant ist, das Gipfelkreuz eventuell noch vor Einbruch des Winters wieder aufzustellen und auf dem festen Felsen zu verankern. Wenn das logistisch nicht mehr möglich ist, bleibt es über den Winter liegend deponiert.

Spenden gesucht
Die dauerhafte Sanierung kostet nach ersten Schätzungen einen relativ hohen Geldbetrag, weil auch Hubschrauberflüge und Spezialmaterial nötig sind. Die rein ehrenamtlich tätigen Bergretter ersuchen die heimische und internationale Öffentlichkeit der Alpinisten um Spenden. Die ÖBRD-Ortsstelle in Osttirol arbeitet bei dem Projekt mit Bergrettern von der Salzburger Seite des Massivs in Neukirchen am Großvenediger (Pinzgau) zusammen




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1 Kommentar
silver. Veteran (2169)

Antworten Link Melden 0 am 05.09.2012 14:31

Wird Zeit, dass mit diesen Kindlichkeiten aufzuhören, auf jeden Mugel ein Kreuzerl aufzustellen.

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