Psychiater eingeschaltet Österreich

Äußerst bizarrer Auftritt von Sex-Täter vor Gericht

Äußerst bizarrer Auftritt von Sex-Täter vor Gericht

Symbolbild (© APA)

Salzburger Landesgericht
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Am Landesgericht Salzburg musste sich am Mittwoch ein 51-jähriger Rumäne wegen sexueller Belästigung und schwerer Nötigung vor Gericht verantworten. Der Mann soll am Nachmittag des 26. Juli in einem ÖBB-Zug von Wien nach Salzburg eine Studentin begrapscht und sie mit dem Umbringen bedroht haben. Vor Gericht kam es zu bizarren Aussagen des Beschuldigten.

"Ich habe nur feststellen wollen, ob die junge Frau wirklich ein Mädchen ist. Es hätte ja sein können, dass sie als Prostituierte arbeitet. Darum habe ich ihr ja 50 Euro für Sex angeboten", rechtfertigte sich der Angeklagte vor Gericht dafür, die Studentin begrapscht und mit dem Umbringen bedroht zu haben. Er griff der jungen Dame mehrfach auf den Busen und meinte zu ihr: "Nix Polizei, wenn Polizei, tot."

+++ Schülerin in ÖBB-Zug sexuell belästigt +++

Der Angeklagte war 1990 wegen einer Vergewaltigung und Mordes an einem Grenzwachebeamten verurteilt worden und saß in Ungarn und Rumänen fast 16 Jahre lang in Haft. Der zuletzt in Wien lebende Hilfsarbeiter war am Tag des Vorfalls auf dem Weg zu einer neuen Arbeitsstelle nach München und hatte das offenbar ausgiebig gefeiert.

Geld für Sex geboten
Nach der Abfahrt trank er eine Halbliterflasche 40-prozentigen Whiskey und zumindest eine Dose Bier. In Attnang-Puchheim (OÖ) stieg er kurz aus dem Zug und setzte sich dann zu einem Mädchen ins Abteil. Dort versuchte er die junge Frau aus Oberösterreich zunächst in ein Gespräch über Fußball zu verwickeln, kurz darauf kam er aber recht unverblümt zur Sache. Er bot an, mit der Frau in Salzburg auszusteigen und mit ihr Sex zu haben und bot ihr dafür auch Geld.

Dann versuchte er der Frau mehrfach auf den Busen zu greifen, was zum Teil auch gelang. Als die Frau zu ihrem Handy griff und meinte, die Polizei zu rufen, berührte er sie am Oberschenkel und bedrohte sie mit dem Umbringen. Die Schülerin ließ sich nicht einschüchtern, verließ das Abteil und bat zwei Zugbegleiter um Hilfe. Die beiden stellten den Rumänen zur Rede, nahmen ihm seinen Ausweis ab und gingen ins Dienstabteil.

Rumäne drehte durch
Der Rumäne folgte den beiden und bedrohte einen der Männer ebenfalls mit dem Umbringen, wenn er ihm nicht den Ausweis aushändige. Dabei spuckte er immer wieder auf den Boden und verhielt sich aggressiv. Das Zugpersonal informierte die Polizei, die nahm den Mann am Salzburger Hauptbahnhof fest. Der Rumäne verhielt sich dabei alles andere als kooperativ, verweigerte den Alkotest, in dem er das Mundstück mehrfach ausspuckte und beschimpfte die Polizisten. Er sitzt seit dem Vorfall in U-Haft.

Am Mittwoch meinte er vor Gericht, dass ihm die Sache leidtue. Er schäme sich vor seiner eigenen erwachsenen Tochter, aber auch vor allen Frauen im Gerichtssaal und entschuldigte sich bei dem Mädchen. Die Salzburger Gerichtsmedizinerin Edith Tutsch-Bauer ging angesichts der vom Rumänen geschilderten, konsumierten Alkoholmengen von einem wahrscheinlichem Alkoholisierungsgrad von 2,19 Promille aus.

Psychiatrisches Gutachten gefordert
Wegen möglicher Gewöhnungseffekte beim Angeklagten, seinen recht präzisen Erinnerungen an den Vorfall und vier Zeugenaussagen, "gibt es aber keine Hinweise, dass in irgendeiner Form eine hochgradige Beeinträchtigung vorlag". Für sie stelle sich die Frage, ob das Verhalten des Mannes nicht insgesamt einer psychiatrischen Auffälligkeit entspreche.

"Aus Schutzsorge gegenüber anderen Menschen - auch aufgrund der Vorgeschichte des Mannes - stellt sich die Frage, ob nicht ein psychiatrisches Gutachten einzuholen ist." Die Richtern folgte der Empfehlung: Sie vertagte die Verhandlung auf unbestimmte Zeit und veranlasste die Einholung eines Gutachtens, ob "die Voraussetzung für die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher vorliegt".

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