Auch Erwachsene schwach Österreich

Jeder vierte Jugendliche hat eine Leseschwäche

Lesen

Lesen stellt viele Menschen in Österreich vor eine Herausforderung

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Lesen stellt viele Menschen in Österreich vor eine Herausforderung

Diese Befunde sind kein Ruhmesblatt für Österreichs Bildung: Laut UNESCO kann jeder siebente Erwachsene nur unzulänglich lesen, schreiben und rechnen. Noch schlimmer: Einer PISA-Studie zufolge liegt Österreichs Jugend in der Kategorie Leseschwäche EU-weit hinter Bulgarien und Rumänien nur an drittschlechtester Stelle.

In Österreich sollen laut dem "Netzwerk Alphabetisierung" 15 von 100 Erwachsenen nur unzureichend lesen, schreiben oder rechnen können. Mit dem Weltalphabetisierungstag am Samstag (8. September) weist die UNESCO seit mehr als 40 Jahren auf das Problem mangelnder Basisbildung hin.

Weltweit sind laut der UNESCO 796 Millionen Menschen von Analphabetismus betroffen, und das nicht ausschließlich in Entwicklungsländern: Laut einer Untersuchung des Europäischen Parlaments haben zwischen zehn und 30 Prozent der europäischen Bevölkerung zwar Lesen und Schreiben gelernt, können es aber nur unzulänglich.

Verlässliche statistische Daten zu Analphabetismus in Österreich liegen bisher nicht vor, kritisiert die Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Gabriele Eschig. "Für eine gezielte Bekämpfung von Basisbildungsdefiziten bei Erwachsenen braucht es aktuelle, verlässliche Daten", betonte sie in einer Aussendung. Für Österreich sollen solche erstmals im Herbst 2013 vorliegen, wenn die Ergebnisse einer internationalen OECD-Studie veröffentlicht werden.

27,5 Prozent der Jugendlichen haben Leseschwäche
Bei der Jugend sind die Zahlen noch alarmierender. Österreichs Jugendliche liegen nach einer am Donnerstag von der EU-Kommission präsentierten PISA-Studie bei der Leseschwäche mit 27,5 Prozent am unrühmlichen dritten Platz innerhalb der EU-Staaten. Schlechtere Werte gibt es nur für Bulgarien mit 41,0 Prozent und für Rumänien (40,4).

EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou sprach von einer "paradoxen Situation". Lesen und Schreiben seien in der digitalisierten Welt wichtiger und relevanter denn je, doch "hält unsere Lese- und Schreibkompetenz mit dieser Entwicklung nicht Schritt". Es gelte, dringend gegenzusteuern. Investitionen zur Verbesserung solcher Kompetenzen seien wirtschaftlich sinnvoll. Sie schafften konkrete Vorteile für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt, die sich langfristig gesehen zu Milliardenbeträgen summierten, so Vassiliou.

Die EU-Bildungsminister haben sich das gemeinsame Ziel gesetzt, den Anteil der leseschwachen 15jährigen bis 2020 von 20 auf 15 Prozent zu reduzieren. In Österreich hat sich laut der Studie der Anteil der leseschwachen Jugendlichen seit 2000 dagegen deutlich verschlechtert. Waren es 2000 noch 19,3 Prozent, stieg dieser Anteil 2003 auf 20,7 Prozent, erhöhte sich 2006 auf 21,5 und explodierte bis 2009 auf nunmehr 27,5 Prozent. Von 2006 bis 2009 weist Österreich damit auch mit 6,0 Prozent die stärkste Steigerung unter allen EU-Ländern auf. Die geringste Leseschwäche haben Jugendliche in Finnland mit nur 8,1 Prozent.


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