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17.09.2012

Körperliche Leistung als Honorar?

Prozess gegen Sex-Anwalt erneut vertagt

Der Angeklagte vor Gericht in Innsbruck.

Der Angeklagte vor Gericht in Innsbruck. (© ZOOM-Tirol)

Mühsam hat sich am Montag der Auftakt des Prozesses am Landesgericht Innsbruck gegen einen Tiroler Ex-Anwalt wegen versuchten sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen gestaltet. Nach der Verlesung des sechsbändigen Gerichtsaktes, das den ganzen Tag in Anspruch nahm, wurde der Prozess so wie von Richter Markus Neyer zuvor angekündigt, erneut vertagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 61-Jährigen vor, im Februar 2011 versucht zu haben, mit einer damals 17-Jährigen als Gegenleistung für seine anwaltlichen Dienste Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Dem Beschuldigten drohen im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft.

Der Angeklagte bekannte sich vor Gericht nicht schuldig. Die Angaben des vermeintlichen Opfers seien falsch, die mittlerweile 19-Jährige habe mittlerweile ohnehin schon zugegeben, vor der Polizei gelogen zu haben. Zudem seien ihm die ermittelnden Polizisten "nicht wohlgesonnen", die Jugendliche könnte deren tendenziellen Fragen falsch verstanden haben. Zudem habe er sie unter anderem aufgrund ihres Gesundheitspasses "auf 25 Jahre geschätzt", beteuerte der Beschuldigte.

Sex statt Geld verlangt
Der Angeklagte soll die 17-Jährige zu einem Termin bei der Polizei begleitet haben. Dabei soll er ihr zu verstehen gegeben haben, dass er als Gegenleistung anstatt Geld lieber Sex wolle. Weiters wurde ihm Verleumdung vorgeworfen. Er soll laut Anklagebehörde behauptet haben, dass das angebliche Opfer in seiner Zeugenvernehmung falsch ausgesagt und ihn damit falsch verdächtigt habe.

Außerdem soll der 61-Jährige im Frühjahr 2011 zwei Prostituierte beharrlich verfolgt haben. Er soll sie an ihren Standplätzen aufgesucht und trotz deren Weigerung weiter belästigt haben.  Auch diese Vorwürfe bestritt die Verteidigung vehement. Der Angeklagte sei lediglich juristisch beratend tätig gewesen, es handle sich um "konstruierte Vorwürfe". Eine vor Gericht als Zeugin erschienene Prostituierte erklärte jedoch, dass ihr der ehemalige Jurist bis heute wegen Streitigkeiten um eine frühere anwaltliche Vertretung nachstelle, sie am Standplatz beobachte und auch ihre Wohnung im Auge behalte.

Wieder vertagt
Der Prozess war bereits zweimal vertagt worden, unter anderem weil der Angeklagte sich selbst verteidigen wollte. Der Richter ließ dies aber nicht zu. Am Montag nachmittag wurde der Prozess nun zum dritten Mal vertagt. Das Verfahren soll im Oktober fortgesetzt werden, teilte Richter Markus Neyer mit. Ein genaues Datum stand vorerst nicht fest.


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