Bewusstlos in Klagenfurt Österreich

Arbeiter stößt auf Chemie-Waffe aus dem 1. WK

Arbeiter stößt auf Chemie-Waffe aus dem 1. WK

Der Mitarbeiter der Altstoffsammelstelle fiel in Ohnmacht (© APA/www.klagenfurt.at)

Der Mitarbeiter der Altstoffsammelstelle fiel in Ohnmacht
Der Mitarbeiter der Altstoffsammelstelle fiel in Ohnmacht
Bei Baggerarbeiten im Klagenfurter Stadtteil Viktring sind am Dienstag vier Tonflaschen gefunden worden, die mit einem chemischen Kampfstoff aus dem Ersten Weltkrieg gefüllt waren. Der Fund wurde vorerst nicht als gefährlich eingestuft. Erst als ein Angestellter der Altstoffsammelstelle Klagenfurt durch aufsteigende Dämpfe das Bewusstsein verlor, wurde die Flüssigkeit analysiert. Es stellte sich heraus, dass die Flüssigkeiten tödlich sein können.

"Die Tonflaschen wurden als Transportbehälter benutzt", erklärte Bundesheer-Major Thomas Enenkel am Donnerstag. Es ist zu vermuten, dass der Kampfstoff ursprünglich an der Isonzofront in Italien hätte eingesetzt werden sollen.

Bei der Flüssigkeit handelt es sich um eine Kampfstoffmischung aus einer Chemikalie die zu einem Lungenödem führt und aus einer Chemikalie, die die Aufnahme von Sauerstoff im Blut verhindert. "Beides führt zum Erstickungstod", erklärte Enenkel. Die Mischung wurde im Ersten Weltkrieg als sogenannter "Maskenbrecher" verwendet. Der Filter von Giftgasmasken hält nämlich nur eine begrenzte Menge des Kampfstoffes auf.

Laut Enenkel wurde die gefährliche Flüssigkeit in den nun gefundenen Tonflaschen an die Front transportiert und erst dort in Granaten umgefüllt. Sobald die Flüssigkeit an die Luft kommt verdampft sie sehr rasch.

Fünf Personen betroffen
Mit dem gefährlichen Fund sind insgesamt fünf Personen in Berührung gekommen. "Alle wurden im Krankenhaus untersucht, sie haben den Vorfall unbeschadet überstanden", sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio.

APA/red.

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1 Kommentar
thomas-w-schmidt Routinier (96)

Antworten Link Melden 0 am 20.09.2012 15:17

von Waffen und Munition.

Gemeint sind Gegenden mit umfangreichen Kampfhandlungen bis Kriegsende.
Kampfstoffe u. Munition wurden gerade zum Ende des ersten oder zweiten Weltkrieges zurückgelassen.
Beispiel:
Vielerorts gab es "Wehrmachtsreste", der das „Ruder“ noch im April 1945 herumreißen wollten. Als die aussichtslose Lage erkannt war, entsorgten sie Kampfmittel im „Acker“, und zwar in höchster Eile. Derartige Beispiele gab es überall in Europa.Literatur: "Als wir den II. Weltkrieg ausgruben ...". Jäger und Wanderer können heute noch fündig werden.
Chemische Kampfstoff sind jedenfalls unberechenbarer als herkömmliche Munition - das zeigt o. g. Beispiel.

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