"Mache mir große Sorgen" Österreich

Oliver bleibt bei Vater, Mutter in Angst um Kind

Oliver bleibt bei Vater, Mutter in Angst um Kind

"Er bekommt seit fünf Monaten keine Hilfe", kritisierte die Mutter das Urteil, dass Oliver beim Vater bleibt (© APA/Siegfried Ullrich/Privat)

"Er bekommt seit fünf Monaten keine Hilfe", kritisierte die Mutter das Urteil, dass Oliver beim Vater bleibt
"Er bekommt seit fünf Monaten keine Hilfe", kritisierte die Mutter das Urteil, dass Oliver beim Vater bleibt
Das Familiengericht in Helsingör (Dänemark) hat im Obsorgestreit um den kleinen Oliver ein Urteil gefällt. Der Vater, der den Buben aus Graz entführt hatte, erhält das alleinige Sorgerecht.

Thomas S. (40) hatte den Buben entführt, weil er die Obsorge der Mutter nicht anerkennen wollte (Heute berichtete). Vor dem Prozess stellte eine Gutachterin Thomas S. zwar ein vernichtendes Zeugnis aus: Beim einem kurzen Treffen zwischen Oliver und seiner Mutter vor zwei Wochen zeigte sich der kleine Bub schwer traumatisiert. Dieses wurde vom Gericht aber nicht berücksichtigt. Der Antrag der Mutter, das Kind zurück nach Österreich bringen zu können, wurde somit abgewiesen.

Gericht: Mutter hat Kindesentziehung begangen
Nicht der Vater, sondern die Mutter des fünfjährigen Oliver hat Kindesentziehung begangen - zu diesem Erkenntnis ist offenbar das dänische Gericht gekommen. Zwar habe die Österreicherin im Jahr 2010 dem Vater des Buben mehrmals erklärt, sie werde Dänemark mit dem Kind verlassen. Doch sie habe es verabsäumt, "weder konkret noch präzise" anzugeben, wann sie diesen Schritt zu unternehmen gedenke, zitierte die Zeitung BT aus dem vorliegenden Urteil.

Mutter verabsäumte
Damit habe sie gegen die Bestimmungen in jenem Gesetz, das die Rechte und Pflichten von Eltern regelt, verstoßen. Demnach hätte sie dem Vater nämlich sechs Wochen vor ihrer Übersiedlung nach Österreich Bescheid geben müssen. Der habe aber erst am 30. Juli 2010 erfahren, dass sie am 17. Juli Dänemark verlassen hatte. Das vom Vater beantragte Sorgerechtsverfahren lief da bereits.

Überdies habe sie weder ihren Arbeitgeber noch den Kindergarten vom Umzug informiert. Am 24. August 2010 erhielt schließlich der Vater das alleinige Sorgerecht. Folglich kam das Gericht nun zum Erkenntnis, dass sich die Mutter der gesetzeswidrigen Kindesentziehung schuldig gemacht habe, da sie Oliver nach dieser Entscheidung nicht zurückließ. Das Gericht hielt überdies fest, dass der Bub die stärksten sozialen und familiären Bande nach Dänemark habe, da er dort aufgewachsen sei.

Mutter geht in Berufung
Die dänische Rechtsvertreterin von Olivers Mutter wird gegen das Urteil berufen. Dies kündigte Mona Melberg gegenüber dem Fernseh-Sender TV2 an. "Ich erkenne das Urteil nicht an", wird sie zitiert. Sie vertritt die Ansicht, dass die dänischen Behörden gegen internationales Recht verstoßen, wenn sie den Buben nicht nach Österreich zurückkehren lassen. Zudem habe die Mutter keine Möglichkeit gehabt, sich in Dänemark zu verantworten, "da sie Angst hatte, verhaftet zu werden".

Vater glücklich über Urteil
Der Vater hat sich wenig überraschend erfreut über die Entscheidung des Gerichts gezeigt. "Er ist momentan ein total glücklicher Mann", sagte sein Sprecher Janus Bang der Nachrichtenagentur Ritzau. Zugleich betonte er die Bereitschaft des Vaters, der Mutter Zugang zum Buben zu gewähren. Die Ankündigung seitens der Mutter, das Erkenntnis anzufechten, kommentierte er gelassen.

"Natürlich gehen sie in Berufung"; wird Bang zitiert. Für ihn ist es aber "undenkbar", dass das Urteil umgedreht werden kann. "Deshalb sind wir zuversichtlich." Der kleine Oliver können nun jedenfalls "endlich Ruhe finden", meinte er weiters.

Stellungnahme der Anwältin der Mutter folgt
Britta Schönhart, Anwältin der österreichischen Mutter des Buben hat für 15 Uhr eine Stellungnahme im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien angekündigt. Nach der Verhandlung am dänischen Gericht am 4. September hatte sich die Anwältin noch zuversichtlich gezeigt, dass man recht bekomme werde und das Kind nach Österreich zurückgebracht werden könnte.

Nach der Entführung Olivers hatte die Rechtsvertretung der Mutter bei den Justizbehörden einen Antrag auf Rückführung des Kleinen nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen gestellt. Darüber war an zwei Tagen Anfang September in Helsingör verhandelt worden. Danach war vom dänischen Gericht ein Urteil in schriftlicher Form innerhalb von 14 Tagen angekündigt worden.

Nächste Verhandlung am 25. September
Eine weitere Runde im Rechtsstreit um das Kind findet am nächsten Dienstag im Grazer Straflandesgericht im Rahmen eines Prozesses gegen den Vater statt. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung erhoben, weil der Däne das Kind im April gegen den Willen der Mutter von Graz in seine Heimat gebracht hatte. Ob der 41-Jährige zur Verhandlung erscheinen wird, ist völlig offen. Eine Ladung hat er über das Amts-und Rechtshilfeverfahren in Dänemark bekommen.

Sollte der Beschuldigte nicht erscheinen, könnte erneut ein europäischer Haftbefehl ausgestellt werden. Eine Verhandlung in Abwesenheit ist nicht vorgesehen.

Auf der nächsten Seite finden Sie die Chronologie zum "Fall Oliver"
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3 Kommentare
leaksmaouse Newcomer (5)

Antworten Link Melden 0 am 21.09.2012 14:38

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•Am 17. 7. 2010 übersiedelt die Mutter mit dem Kind nach Österreich ohne Verständigung des umgangsberechtigten (besuchsberechtigten) Vaters.
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Wer eine Boykottierung des Umgangsrecht ( Beziehungsrecht ) - macht sollte auch in Österreich sofort das Sorgerecht verlieren !!!

Dännemark ist eines Vorzeigeländer in Bezug auf Familienrecht !

Bei unserer trägen Regierung SPÖ ÖVP, welche sich den ganzen Tag nur mit Korruption in den eigenen Reihen beschäftigt, wird in 10 Jahren noch immer diese Regelung nicht eigeführt sein.

Nicht umsonst ziehen immer mehr Eltern und Familien von dem familienfeindlichen Österreich u. Deutschland nach Frankreich, Dännemark oder woanders hin, sogar Brasilien ist in Familienpolitik noch besser als Österreich !

leaks for faily law austria hkü

skyrider Veteran (893)

Antworten Link Melden 0 am 21.09.2012 13:20

ein demokratischer Rechtsstaat innerhalb der EU!
Trotzdem bekommt der Entführer eines Kindes, Recht? Und wenn es auch der Kindesvater ist - Entführung bedeutet für das Kind eine psychische Beeinträchtigung, die der Kindesvater doch gar nicht einschätzen und überblicken kann! Dafür wird der Täter durch den EU-Staat Dänemark, auch noch belohnt?
Unfaßbar!

Denes Routinier (52)

Antworten Link Melden 1 am 24.09.2012 14:31 als Antwort auf das Posting von skyrider am

Wer ist hier Täter und wer ist Opfer ist die Frage - ich glaub hier wird einiges Verwechsel nur weil die Frau genüngen jammern kann - sie hat das Kind doch auch aus Dänemark entführt - warum soll sich der Vater von dämlichen österreichischen Jugendrichtern und einer offensichtlich noch dämlicheren Kindesmutter auf den Schädel scheißen lassen. Es gibt keinen Grund warum ein Kind immer einer Mutter zugesprochen werden muß - noch dazu wenn sie offensichtlich die Familie verläßt.

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