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27.09.2012

Kamerateam durfte nicht zu Shows

Gürtler gegen ORF: Streit um Lipizzaner-Doku

Eine kritische Film-Doku über das „Weiße Ballett“ sorgt derzeit für Missstimmung zwischen Elisabeth Gürtler und dem ORF. Grund: Die Chefin der Hofreitschule verweigerte die Drehgenehmigung bei Vorführungen. Der Film wird am Sonntag ausgestrahlt.
 
„Die Hofreitschule verkommt zur reinen Tourismus-Attraktion“. Solch kritische Töne gegen die Leitung der „Spanischen“ war der Anlass für eine ORF-Doku, die sich objektiv mit der Qualität der Vorführungen beschäftigen wollte. Doch Lipizzaner-Chefin Gürtler verweigerte die Drehgenehmigung bei den Shows. Lediglich in die Stallungen wurde das Kamerateam zugelassen.

Elisabeth Gürtler

Hofreitschule-Chefin Elisabeth Gürtler: "Ich kann das Erbe einer österreichischen Institution nicht von jemandem zunichte machen lassen, der kein Experte ist." (© ORF)

Gegenüber „Heute“ erklärte Gürtler, warum: „Ich lasse nicht zu, dass die Institution Hofreitschule von jemandem zunichte gemacht wird, der kein Experte ist“. „Was hat Gürtler zu verbergen“?, fragte sich Produzent Günter Kaindlstorfer und ließ nicht nur Kritiker, sondern auch Reiter zu Wort kommen. Tenor: „Wir reiten heute auf einem Niveau, das deutlich höher ist, als je zuvor“. Ein Bild davon konnte er sich allerdings nicht machen.

Die Doku wird am Sonntag  unter dem Titel „Misstöne im weißen Ballett - die Lipizzaner“ um 16.35 Uhr (ORF 2) ausgestrahlt.

Klaus Krzich, Erster Oberbereiter

Klaus Krzich, Erster Oberbereiter: "Ich habe die Dienstfreistellung nie verstanden. Seit mehr als 45 Jahren bin ich diesem einzigartigen Institut und vor allem diesen herrlichen Pferden verbunden. Ich will zurück zu meinen Lipizzanern und meinen Kollegen!" (© Screenshot ORF)

100.000 Euro für Oberbereiter
Bittere Niederlage für Gürtler: Vor drei Jahren hatte die Chefin der Hofreitschule den Ersten Oberbereiter, Klaus Krzisch, dienstfrei gestellt - grundlos, wie das Arbeitsgericht nun entschied: Weder liegen disziplinäre Gründe, noch seine Qualifikation betreffend vor. Die „Spanische“ wurde zum Ersatz von Einkommenseinbußen in Höhe von knapp 100.000 Euro verdonnert. Krzich kämpft seit Oktober 2009 darum, seine Funktion wieder ausüben zu dürfen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Maria Jelenko
 

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