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28.09.2012

Aktion der Transitgegner

Inntalautobahn in der Hand von Radfahrern

Inntalautobahn

Die Fotomontage zeigt, die normal befahrene Inntalautobahn (links) und die Ausnahmesituation (rechts). (© AFP/Bildmontage)

Transitgegner blockierten am Freitag in Tirol bei Vomp erneut die Inntalautobahn (A12). Die wichtige Nord-Süd-Verbindung blieb ab 11 Uhr bis kurz nach 23 Uhr zwischen den Anschlussstellen Vomp und Schwaz zwölf Stunden lang "zu".

Bei der vom "Transitforum Austria-Tirol" organisierten Veranstaltung - der bereits zehnten auf einer Tiroler Autobahn - sollte darauf verwiesen werden, dass das Inntal seit zehn Jahren Luftsanierungsgebiet ist. Gefordert wird unter anderem die Wiedereinführung des vom EuGH aufgehobenen "Sektoralen Fahrverbotes" für Lkw.

Die Exekutive riet zum großräumigen Umfahren Tirols über die Tauernroute oder die Schweiz. In Tirol besteht ein Lkw-Nachtfahrverbot. Während Pkw ab 23 Uhr wieder die "A12" passieren durften, ist die Transitroute für Lkw erst am Samstag ab 5 Uhr früh wieder frei.

Der Chef des Transitforums Austria-Tirol, LAbg. Fritz Gurgiser (Bürgerklub) drohte mit weiteren Autobahnblockaden, sollte das vom EuGH aufgehobene "Sektorale Lkw-Fahrverbot" nicht bis Jahresende umgesetzt sein. Als weitere Forderungen an die Landes- und Bundespolitik nannte er das Fahrverbot für sogenannte "Euro 3"-Lkw, sowie verbindliche Tempobeschränkungen auf Tiroler Autobahnen von 60, 80 und 100 Km/h für Lkw, Busse und Pkw.

"Umgeben von Gesundheitsterroristen"

"Es geht nicht um einen Weltrekord von Beteiligung bei der bis 23 Uhr angesetzten Veranstaltung, sondern um für die Gesundheit der Bevölkerung säumige Bundes- und Landespolitiker", sagte Gurgiser. Die Forderungen der Transitgegner seien in der Menschenrechtscharta und im europäischen Grundrechtsvertrag enthalten und "umzusetzen". Seit 2002 gebe es eine europäische Luftgüterichtlinie. Zehn Jahre nach der Erklärung des Inntales zum Luftsanierungsgebiet verzeichne man etwa an der Messstelle in Vomp eine 120-prozentige Grenzwertüberschreitung an Stickstoffdioxid (2011).

Gurgiser kündigte außerdem eine engere Zusammenarbeit mit Bürgergruppen in Südtirol an. Ziel müsse sein, zwischen Rosenheim in Bayern und Verona Kosten von 70 Cent je Lkw-Straßenkilometer wie in der Schweiz zu erreichen. Auf der Bahn gebe es Kapazitäten von 200.000 Lkw. 30 Prozent der 1,8 Millionen Lkw über den Brenner seien "Umwegtransit", weil die Route billiger als etwa durch die Schweiz seien, durch die jährlich 1,2 Millionen Lkw rollten.

Landeshauptmann Günther Platter (V) forderte Gurgiser auf, das Tempolimit umzusetzen und das Lkw-Fahrverbot für Schrott oder Müll zu erlassen. "Platter soll sich vor seine Bevölkerung stellen und nicht vor jene, die die Leute mit Mülltransporten zwischen Neapel und Hamburg terrorisieren", sagte Gurgiser: "manchmal glaube ich, wir sind umgeben von Gesundheitsterroristen".

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