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13.10.2012

Mit Hummer über Motorrad

Drogen-Raser nach Polizistenmord in U-Haft

Ungarischer Polizist von Österreicher überfahren

Hier sieht man noch das Motorrad des Polizisten unter dem Hummer (© EPA)

Die Geschichte liest sich wie ein Krimi: Ein gebürtiger Kärntner, vollgepumpt mit Drogen wird in Ungarn von Motorradpolizisten angehalten. Er schert aus, überfährt einen Beamten (34) und Vater von drei Kindern mit Vollgas und flüchtet im Kugelhagel. Die restlichen Polizisten konnten ihn schließlich doch festnehmen. Nun ist der Mann in die Untersuchungshaft im Gefängniskrankenhaus überstellt worden.

Obwohl Kollegen des Motorradpolizisten am Freitag mehrfach auf den Österreicher gefeuert und ihn viermal getroffen hatten, habe der Mann sich heftig gegen seine Festnahme gewehrt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Samstag. Der überfahrene Beamte verstarb noch im Hubschrauber auf dem Weg ins Krankenhaus.

Hummer stoppt Polizisten-Schüsse
Der Österreicher wurde mit vier Schüssen gestoppt. Er bestreitet die Tat und hat mittlerweile Beschwerde gegen die Anschuldigungen erhoben. Der Sprecher der Zentralen Fahndungsbehörde der Staatsanwaltschaft, Geza Fazekas, sagte, die Polizisten hätten durch Fenster und Tür der Fahrerseite des Hummer gefeuert. Der Verdächtigte habe noch Glück gehabt, da der massive Wagen viele Schüsse abwehrte und die Projektile, die ihn trafen, keine lebensgefährlichen Verletzungen zur Folge hatten.

Nach Schusswechsel packte Raser Messer aus
Doch auch die vier Treffer hätten den Fahrer nicht bremsen können, berichtete Fazekas. Der Mann habe versucht, sich mit einem Messer bewaffnet auf die Polizisten zu stürzen. Zwei Beamte hätten dem Österreicher "nur mit ziviler Hilfe" und erst nach einem 15 Minuten dauernden Kampf Handschellen anlegen können.

Mann war auf Opiaten und Morphin
Der Mann wurde zunächst in einer Klinik in der südungarischen Stadt Szeged verarztet und später in das Gefängniskrankenhaus nach Tököl überführt. Bei der medizinischen Versorgung wurde laut den ungarischen Behörden festgestellt, dass er Opiate und Morphin konsumiert hatte.

Wegen des Drogeneinflusses - und nicht wegen der Verletzungen - konnte der Verdächtigte erst am Freitag verhört werden, sagte Fazekas. Wenn sich der Verdacht der ungarischen Ermittler - Mord an einem Polizisten - bestätigt, könnte eine Strafe von zehn bis 20 Jahren oder sogar lebenslang auf ihn warten.

In Österreich schon mehrmals vor Gericht
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte den engen Kontakt mit den österreichischen Behörden. Diese hätten Dokumente übermittelt, die darauf verweisen würden, dass sich der Verdächtige schon mehrfach vor Gericht verantworten habe müssen, unter anderem wegen Gewalt gegen Amtspersonen und bewaffneten Raubes.

Handy-Beweisvideo der Tat
Der Österreicher war in einem Hummer-Konvoi unterwegs gewesen. Laut Fazekas waren die anderen drei Fahrer Deutsche, die nicht unter Drogeneinfluss standen und keine Straftaten begangen haben. Sie wurden als Zeugen verhört. Einer der Lenker habe die Vorfälle mit seinem Mobiltelefon gefilmt, was bei der Feststellung des Tathergangs sehr nützlich sein werde.

Auf dem Heimweg von Hummer-Treffen
Der 43-Jährige war am Donnerstag mit den drei Männern in vier Geländewagen mit deutschen Kennzeichen in Südungarn unterwegs. Die Gruppe befand sich offenbar auf dem Heimweg von einem Hummer-Treffen in Rumänien und hatte sich über das Internet organisiert. Im Ort Apatfalva wurden die Lenker wegen Überschreitens der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von zwei Polizisten gestoppt. Als einer der Beamten die Papiere des Österreichers kontrollieren wollte, raste dieser davon.

Wilde Verfolgungsjagd und Straßen-Drängerei
Eine Zivilstreife nahm die Verfolgung auf und forderte Verstärkung an. Zwei Motorradpolizisten unterstützten ihre Kollegen. Die Beamten versuchten, den Hummer des Österreichers anzuhalten. Dieser unternahm jedoch alles, um die Motorradpolizisten von der Straße zu drängen. Einer der Beamten überholte den Flüchtenden und stellte sein Motorrad an einer Kreuzung quer. Alle vier Hummer hielten zunächst davor an. Der Österreicher aber scherte laut den ungarischen Behörden plötzlich aus und überfuhr den Polizisten mit Vollgas.

APA/red.

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