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15.10.2012

Gefahr falsch eingeschätzt

Junge Autofahrer nehmen zu viel Risiko

Auto Gefahr

Junge Autofahrer nehmen auf Österreichs Straßen zu hohes Risiko. (© Fotolia/Symbolbild)

Junge Fahrer seien schneller bereit, Risiko einzugehen. Sie können Gefahren "häufig nicht richtig einschätzen", das sagte am Montag Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV), in einer Reaktion auf den Unfall mit drei toten Jugendlichen in Oberösterreich. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wies darauf hin, dass jeder fünfte Verkehrstote zwischen 15 und 24 Jahre alt ist.

Die Einführung der zweiten Ausbildungsphase und L-17 hätten laut KFV die Unfallzahlen junger Lenker zwar deutlich reduziert, "dennoch haben junge Fahrer ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko und verursachen überproportional viele Unfälle".

Thann: "Oft glauben Anfänger, schon nach wenigen Wochen Fahrpraxis so sicher zu sein, dass sie die Gefahren zu hoher Geschwindigkeit zu niedrig und ihr eigenes Können zu hoch bewerten. Dazu kommt das mangelnde Gefühl für fahrphysikalische Gefahren wie Straßenverhältnisse und Witterung."

Ein so folgenschweres Unglück wie in Oberösterreich passiere selten, so Thann. "L-17 Fahrer verursachen sogar um 15 Prozent weniger Unfälle als Lenker, die den Führerschein erst mit 18 Jahren machen." Dennoch wäre es sinnvoll, die Ausbildung zu modernisieren, meinte der Experte.

Zu viele Jugendliche kommen ums Leben
Allein an diesem Wochenende sind vier junge Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass in Österreich jeder fünfte tödlich Verunglückte zwischen 15- und 24 Jahre jung war. 70 Prozent kamen als Pkw-Insassen ums Leben, weitere 18 Prozent verunglückten mit Moped bzw. Motorrad.

Bezogen auf die Einwohnerzahl kommen die meisten Jugendlichen in Niederösterreich bei Verkehrsunfällen ums Leben, die wenigsten in Wien, so die VCÖ-Untersuchung. Der VCÖ fordert mehr Anrufsammeltaxis sowie Nacht- und Discobusse in Österreich.

Die Zahl der tödlich verunglückten 15- bis 24-Jährigen ist seit dem Jahr 2007 um 40 Prozent zurückgegangen, berichtete der VCÖ. Aber: "Verkehrsunfälle sind für Jugendliche nach wie vor die häufigste Todesursache. 100 Verkehrstote waren im Vorjahr zwischen 15 und 24 Jahre jung."

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