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19.10.2012
Entwaffnete Soldaten
Diese Broschüre erhitzt die Polit-Gemüter
Der Stein des Anstoßes ist ein Bild von drei Soldaten (© (APA))
+++ Wehrpflicht-Debatte: eine Debatte voller Missverständnisse +++
Die Schlagzeilen dieser vom Verteidigungsministerium herausgegebenen Hochglanzbroschüre "Unser Heer" und "Profis bringen Sicherheit" erinnern ÖVP-Wehrsprecher Oswald Klikovits frappant an die SPÖ-Kampagne für ein Berufsheer. Klikovits sprach von "unerträglichen Provokationen", die der Minister ständig setze. Empört zeigte er sich auch über das Bild auf der letzten Seite der Broschüre.
Dieses zeigt drei Soldaten ohne Gewehr. Der Mittlere ist mit einer Bohrmaschine bewaffnet und trägt einen roten Helm. Mit solchen Bildern werde "das Bundesheer öffentlich der Lächerlichkeit preisgegeben und die Soldaten verhöhnt", so Klikovits, der zudem "Missbrauch von Steuergeld und Amtsmissbrauch" ortet. Angesichts der Inseraten-Affäre um Kanzler Werner Faymann (S) sei das "in mehrfacher Hinsicht eine Provokation".
Vorwürfe seien "lächerlich"
Der Sprecher von Minister Darabos, Stefan Hirsch, wies diese Vorwürfe als "lächerlich" zurück. Diese Broschüre in Kooperation mit "News" erscheine jedes Jahr zum Nationalfeiertag. Darin sei keinerlei Werbung für ein Berufsheer enthalten, sondern nur Werbung für die Leistungsschau des Bundesheeres im Rahmen des Nationalfeiertags. Dass sich die ÖVP am heurigen Motto "Profis bringen Sicherheit" stößt, ist für Hirsch völlig unverständlich. Schließlich sei es die Volkspartei selbst, die ständig betone, dass das Bundesheer jetzt schon Profis habe.
Zudem komme Minister Darabos in der Broschüre überhaupt nicht vor, hingegen gebe es aber ein großes Bild von der Rekruten-Angelobung am Heldenplatz. Was die Bohrmaschine und den roten Helm betrifft, führte Hirsch die Kritik der ÖVP auf die "Ahnungslosigkeit des Abgeordneten Klikovits" zurück, hier handle es sich schlicht und einfach um die Ausrüstung der Pioniere. Er entschuldige sich aber bei der ÖVP dafür, dass man "keinen Helm mit Giebelkreuz" zur Verfügung habe, so Hirsch.
Böse Absichten vermutet
Das Bild dieser drei Soldaten gab es anfangs nämlich in einer anderen, martialischeren Version, bei der alle drei bewaffnet waren. Dieses Bild hängt bzw. hing auf Plakatwänden mehrerer Kasernen, u.a. auch der Rossauer Kaserne, in der das Verteidigungsministerium untergebracht ist. Im Lager der Darabos-Gegner vermutet man hinter der Entwaffnung böse Absichten. Das Ministerium weist das entscheiden zurück. Man habe mit den unterschiedlichen Sujets die Bandbreite der Armee zeigen wollen.
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1 Kommentar von unseren Lesern
gladiator (43)
19.10.2012 15:22
Rotes Kreuz propagiert ÖVP-Wehrpflicht
Keine künstliche Aufregung auf Seiten der ÖVP - denn die haben Dreck am Stecken! Besonders verwerflich finde ich es, dass mittlerweile das Rote Kreuz aus Spendengeldern und öffentlichen Förderungen eine "Pro-Wehrpflicht-Broschüre" finanziert, die überall verteilt wird und nur die Meinung der ÖVP transportiert. Das Rote Kreuz hat von mir zum letzten Mal eine Spende bekommen - es ist eine Schande, dass sich eine angeblich überparteiliche Organisation sich so vor den ÖVP-Parteikarren spannen läßt - aber so ists halt in Österreich - und auch beim Roten, pardon "Schwarzen" Kreuz!
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