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08.09.2011

Experten warnen vor Niedergang der Hofreitschule

Der Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule kritisiert die Führung der Lipizzaner scharf.

Zu wenig Personal, Überlastung der Hengste, Reduzierung der Zucht: Der neu gegründete "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" in Wien hat vor Journalisten schwere Attacken gegen die Führung der Wiener Institution unter der Führung von Elisabeth Gürtler geritten. Der Glanz der Hofreitschule gehe verloren. Elisabeth Gürtler weist alle Vorwürfe zurück.

Die Hauptvorwürfe der aus hochkarätigen Experten besetzten Gesellschaft lassen sich in zehn Punkten wiedergeben:
  • Reduzierung der Zucht: Früher seien pro Jahr 70 bis 80 Fohlen geboren worden. Heute seien es nur noch 31 im Jahr 2011 gewesen - eine drastische Abnahme der Nachfolger-Tiere.
  • Überlastung der Hengste: Allein im Jahr 2011 sind 14 Pferde ausgefallen, weil sie nicht fachgerecht trainiert waren. Früher fielen pro Jahr im Schnitt zwei bis drei Hengste aus, so die Experten.
  • Qualitätsverlust: Die Gala-Vorstellungen hätten massiv an Qualtität verloren. Bei einer Vorführung am Heldenberg im Juli dieses Jahres hätte selbst der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll nach der Veranstaltung bemerkt: "Das war Volksschulniveau". Auch die Anhebung der Vorführungen von 45 auf 75 pro Jahr fördere den Qualitätsverlust.
  • Sportreiten: Die Hohe Schule des Reitens sei in Gefahr, meinen die Experten: Zwischen Dressur- und Sportreiten liege ein großer Utnerschied. Das Dressurreiten komme viel zu kurz.
  • Zweite Mannschaft: Der Freundeskreis kritisiert, dass Gürtler eine zweite Equipe aufbauen wolle: Man solle sich lieber auf die klassische, erste Equipe konzentrieren, anstatt Quantität statt Qualität zu erzeugen, um mehr Geld zu erwirtschaften. Das führe zu einem massiven Qualitätsverlust.
  • Überforderung: Die Reiter seien durch Personalmangel extrem überfordert. Derzeit werden 110 Pferde von 15 Reitern versorgt.
  • Oberbereiter fehlen: Die Führung der Hofreitschule hatte in den letzten Jahren zwei Oberbereiter frei gestellt. Je weniger Oberbereiter, desto mehr gehe Know How verloren, das zudem nur mündlich tradiert wird.
  • Futter: Die Pferde würden nicht mehr mit eigens auf Piber-Äckern angebautem Futter versorgt. Stattdessen kaufe die Hofreitschule Billig-Futter ein.
  • Status: Die Pferde werden nicht mehr als Kulturgut angesehen, so die Kritik. Derzeit sind die Tiere dem Lebensministerium unterstellt, anstatt dem Ministerium für Unterricht, Bildung und Kunst.
  • Kulturgut: Der Freundeskreis fordert eine Aufnahme der Lipizzaner und des Gestüts Piber in das materielle Weltkulturerbe.

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4 Kommentare von unseren Lesern

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Hugoport (514)
20.09.2011 12:47

es ist doch haarstreubend !
Egal was gut gemeinte Menschen wie eben Frau Gürtler tun, es finden sich immer wieder Chaoten , die alles vernichten wollen ! Da wird eine Österreichtradition vorm finanziellen RUIN gerettet, und schon schreien die Besserwisser ? WER SOLL DIESE RATSCHLÄGE BEZAHLEN ?
Nach der Geldvergeudung frührere Jahre ist eben sparen angesagt, um das Schlimmste zu verhindern ! Und Sparen sind eben EINSCHNITTE in den Lebensbereich ! Der Feudalismus hat halt ein Ende ! Oder wollen die Besserwisser IHR eigenes Geld zur Verfügung stellen ?
Frau Gürtler bitte machen Sie unbeirrt IHREN Weg weiter ! Gratuliere !

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eulie (1)
09.09.2011 16:35

Wenn man,
selbst als jemand, der mit Pferden gar nichts zu tun hat und von der Sache gar nichts versteht, schon sieht und erkennt, dass das so nicht aussehen sollte, was man da in den Vorführungen sieht und die Pferde in ihrer sogenannten "Erholung" am Heldenberg ununterbrochen wie Affen im Käfig von Schaulustigen beglotzt werden, dann ist dem sogenannten "selbsternannten" Freundeskreis nur zu gratulieren, dass er sich der Sache annimmt! Denn die dafür verantwortlich sind, schaffen das ja scheinbar nicht! Oder wollen sie nicht?

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STEHAUFMANDL (16)
09.09.2011 11:06

ROSSLEBERKÄSE
Wenn der NIEDERGANG kommt kann man mit die WEISSEN GIGERA noch ROSSLEBERKÄSE machen und beim SACHER TEUER verkaufen!!

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Sunny_Y (354)
09.09.2011 09:10

traurig
wie immer, die beiden Kardinalfehler:
ungeeignete Manager und es wird nur versucht, so viel Geld wie nur irgend wie möglich heraus zu holen.

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