Bundesländer

Wirbel um österreichische "Türk-Milch"

Mit einer türkischen Beschriftung auf einer Milchpackung hat die niederösterreichische Molkerei (Nöm) einen unerwarteten Entrüstungssturm ausgelöst. Seit drei Wochen werden an türkische Supermärkte Milchverpackungen mit türkischer Aufschrift geliefert. Neben "Vollmilch" ist auf dem Tetrapack auch "Süt" zu lesen.

Harter Konkurrenzkampf
Damit wolle man die große türkische Community ansprechen und den Markt nicht kampflos anderen Produzenten überlassen, erklärt Nöm. "Um unsere heimischen Milchbauern sowie unsere Arbeitsplätze zu schützen, war es uns ein Anliegen für diese Zielgruppe eine zweisprachige Range anzubieten", so Unternehmenssprecherin Maria Kitzler zum Kurier. "Die Milch wird dort sowieso gekauft, wir wollten damit die ausländische Konkurrenz verhindern."

Schließlich sind junge Migranten ein Zukunftsmarkt mit großer Kaufkraft, den immer mehr Unternehmen - darunter VW, Nestlé oder auch der ÖAMTC - mit speziell angepassten Produkten für sich gewinnen wollen.

Online-Boykott
Damit sind nicht alle einverstanden. Konservativ-"patriotische" Initiativen wettern in Blogs und auf Facebook - mindestens 680 "Fans" unterstützen bereits eine erst am Montag gegründete Nöm-Boykott-Gruppe auf der Social Network-Plattform.

Umso verwunderlicher, da die türkisch-deutsch beschriftete Milch ausschließlich in türkischen Supermärkten erhältlich ist - im übrigen Lebensmittelhandel gibt es weiterhin die gewohnte Variante.


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