Prozess in NÖ Niederösterreich

Hier ohrfeigte ein Mann den Richter

Die Ohrfeige "war notwendig", weil er sich "23 Jahre Betrug und drei Mordanschläge durch Ärzte" nicht gefallen lasse, rechtfertigte sich der Angeklagte nun vor dem Landesgericht Krems. Der Richter, der ihn seit 2004 betreute, sei zuletzt Schuld an dem Betrug gewesen, weil er "meine berechtigten Anträge abgewiesen und ignoriert hat", erklärte er. Die Tat selbst gab der Mann zu, Schuld habe er daran aber keine.

Anders sah dies das Gericht. Für die laut Gericht schwere Körperverletzung fasst der 55-Jährige sieben Monaten bedingte Haft aus. Im Vorfeld hatte ein Gutachter bei dem Mann eine wahnhafte Störung festgestellt, "die sich größtenteils durch übersteigertes Rechtsempfinden äußert". Dadurch fühle sich der Mann ständig ignoriert und benachteiligt.

"Kriminelles Gesindel"
Laut Gericht war der Mann zurechnungsfähig, weil er Medikamente gegen seine Störung erhalte. Die vergleichsweise milde Strafe würde auch darauf begründet, dass der Angeklagte nicht als gefährlich einzustufen sei. In seinen Schlussworten bezeichnete er Richter und Staatsanwaltschaft noch als "kriminelles Gesindel". Der Angeklagte nahm die Strafe an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.


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