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27.01.2012
Ungläubige am Pranger
Pfarrer: "Ich veröffentlichte Kirchenaustritte mit Absicht"
"Wollte über Bewegungen in Pfarrgemeinde informieren" (© Fotolia/Privat)
"Ich wollte im Rahmen des Jahresberichtes über alle Bewegungen in der Pfarrgemeinde informieren", rechtfertigte sich der Kirchenmann im Heute.at-Interview. "Dazu zählen für mich auch die Kirchenaustritte", ergänzte Janssens .
Betroffene "empört"
Acht Namen hatte der Geistliche im Pfarrblatt abgedruckt. Eine "Geoutete" ist eine ehemalige Tierärztin. „Das ist nicht in Ordnung. Wir leben hier am Land in einer kirchlichen Gemeinde. Und von manchen wird man da schon schief angeschaut“, empört sich die Frau.
Auf die Frage, ob er sich denn solcher Konsequenzen für die Betroffenen nicht schon beim Erstellen der Statisitk bewusst gewesen sei, sagt Janssens: "Ja, daran hab ich wahrscheinlich schon auch gedacht", antwortet er zerknirscht. "Mir ging es um Öffentlichkeit und Transparenz. Ich dachte mir, dass die Menschen auch zu ihrer Entscheidung stehen, wenn sie aus der Kirche austreten."
Janssens: "Dummheit, Fehler"
"Das ganze ist ein Fehler, eine Dummheit - dazu stehe ich", gibt Janssens im Verlauf des Gesprächs mit Heute.at zu. Wie heikel die Veröffentlichung war, sei ihm erst im Nachhinein bewusst geworden. Dennoch überlegt der Geistliche, auch in Zukunft Kirchenaustritte im Pfarrblatt abzudrucken - allerdings dann ohne Namensnennung. "Eine Angabe der Zahl wäre vorstellbar", führt Janssens dazu aus.
Pfarrgemeinde polarisiert
Die Reaktionen in der Pfarrgemeinde beschreibt der Kirchenmann als geteilt: "Von Zustimmung bis zu Empörung über meine Vorgangsweise habe ich alles an Rückmeldungen bekommen." Die mediale Aufregung sieht Janssens als "teilweise aufgeblasen", aber gleichzeitg betont er, dass dadurch "zumindest auch den Betroffenen eine Stimme gegeben worden" sei.
Verstoß gegen zwei Gesetze
Er sei sich durchaus bewusst, dass er mit der Veröffentlichung gegen zwei Gesetze verstoßen habe, so Janssens. Nämlich einerseits gegen das Datenschutzgesetz und andererseits gegen kirchenrechtliche Bestimmungen. Auf die Frage, ob ihm deshalb Konsequenzen drohen, entgegnet der Kirchenmann: "Das weiß ich nicht, man wird sehen".
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