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07.09.2012

Zuerst erwürgt, dann verscharrt

Lebenslange Haft: Ehefrau vergraben

Gericht Tomanek

Anwalt Werner Tomanek (Bild) blieb dabei: "Frau tot gefunden, nicht getötet." (© APA)

Lebenslange Gefängnisstrafe wegen Mordes an seiner Ehefrau: Dieses Urteil fasste ein 60-jähriger gebürtiger Rumäne aus, der im Februar des Vorjahres seine 55-jährige Partnerin erwürgt und die Leiche nach Siebenbürgen transportiert hatte, wo er sie dann verscharrte. Der Schuldspruch des Gerichts in Wiener Neustadt ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte beteuerte bis zum Schluss seine Unschuld. Er hätte die Frau bereits tot gefunden. Da sie immer davon gesprochen habe, einmal in ihrer Heimat begraben werden zu wollen, habe er ihr "diese letzte Ehre" erwiesen. Einem Mithäftling hatte er jedoch Einzelheiten der Tat geschildert, die nur der Täter hatte wissen können. Dieser Zellengenosse erzählte alles dem Staatsanwalt.

Elsner-Arzt überwachte auch diesen Angeklagten
Der Mordprozess hatte bereits vergangenen Dezember begonnen, war aber wegen Herzproblemen des Angeklagten geplatzt. Richterin Ingeborg Kristen zog dieses Mal zur Beobachtung des Angeklagten im Gerichtssaal einen Arzt bei - übrigens jenen, der während des ersten BAWAG-Prozesses 2007/2008 auch auf Helmut Elsners Gesundheit "aufgepasst" hatte.

Der gebürtige Rumäne leugnete die Tat. Er habe seine Frau "nicht getötet, sondern tot aufgefunden", so Verteidiger Werner Tomanek. Die 55-Jährige sei leblos im gemeinsamen Haus gelegen, als sie ihr Mann fand. Reanimationsversuche seien erfolglos geblieben, daher habe er ihr einen "letzten Dienst" erweisen wollen. Man hätte sich nämlich das "wechselseitige Versprechen" gegeben, dass der überlebende Ehepartner den anderen im Falle seines Todes in die Heimat nach Siebenbürgen überstellt und dort beerdigen lässt. "Ich habe meine Frau geehrt und wollte ihr auf würdevolle Art die letzte Ehre erweisen", erklärte der Angeklagte.

Tote in Teppich gewickelt
Der Mann hat die tote Ehefrau in einen Teppich gewickelt und auf einen Anhänger geladen. Mehr als 700 Kilometer transportierte er die Leiche der 55-Jährigen. Kriminalisten fanden sie in einem 1,4 Meter tiefen Erdloch in einem Heustadl vergraben, auf jenem Anwesen, das der Angeklagte erst kurz vor der Tat angemietet hatte.

Vielleicht wäre der Fall gar nicht so schnell ins Rollen gekommen, hätte der Angeklagte nicht eine Autopanne in Rumänien gehabt. Dadurch soll sein (Zeit-)Plan durcheinander gekommen sein. Angehörige der 55-Jährigen in Rumänien und Arbeitskollegen aus Österreich erstatteten Abgängigkeitsanzeige. Zunächst fiel kein Verdacht auf den Ehemann. Im Zuge der Ermittlungen wendete sich aber dann das Blatt. Als der Verdächtige in U-Haft kam, vertraute er sich einem Zellengenossen an. Dieser meldete sich später beim Staatsanwalt und "packte aus".

Mordpläne wegen Sparbuch
Laut Anklage soll die Ehe des Paares, das seit 1986 in Österreich gelebt hat, seit langem zerrüttet gewesen sein: Getrennte Zimmer, dafür eine zweite Frau aus Rumänien im Haus. Für die Töchter soll die Mutter "die Böse" gewesen sein, sie sollen sich auf die Seite des Vaters geschlagen haben. Ein Sparbuch, auf dem die 55-Jährige mit der bezogenen Kinderbeihilfe immerhin 95.000 Euro angespart hatte, soll der Mann im Alleingang aufgelöst und sich die Ersparnisse mit den Töchtern geteilt haben. Als seine Frau die Scheidung beantragte und er um ein weiteres Sparbuch umgefallen sei, habe er - aus Habgier - die Mordpläne geschmiedet.

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