Täter und Komplizin in Haft Niederösterreich

Bankräuber hinterließ Bombenattrappe

Bankräuber hinterließ Bombenattrappe

Ein pensonierter Beamter, der sich als Kunde in der Bank befand, nahm sofort die Verfolgung auf. Dank seiner Hilfe waren die Polizisten den Tätern dicht auf den Fersen (© Thomas Lenger/Monatsrevue)

Banküberfall in Baden
In St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) hat ein Unbekannter am Montagvormittag eine Bank überfallen. Er flüchtete mit der Beute und hinterließ in der Filiale eine „Bombe“. Eine Attrappe, wie sich Stunden später herausstellte. Er und eine Komplizin sitzen in Haft.

Kurz vor 11.00 Uhr betrat der 62-jährige Mann die Bank in St. Egyden am Steinfeld und bedrohte die Angestellte sowie zwei anwesende Kunden mit einer Waffe, während im Fluchtfahrzeug seine Freundin (48) gewartet habe. Er forderte Geld, laut Polizei in „bodenständigem Dialekt“. Die Angestellte übergab ihm einen Bündel an Geldscheinen.

Entschärfungsdienst stundenlang im Einsatz
Der Mann flüchtete mit einem Pkw, als dessen Besitzer er später ausgeforscht wurde. Er hinterließ in der Bank einen Sack. „Eine Bombe“, sagte der Mann. Der Sack ähnelte vom Aufbau auch einem Sprengkörper, heißt es von der Polizei. Der Entschärfungsdienst des Bundeskriminalamts wurde verständigt, erst am späten Nachmittag war klar, dass es sich um eine Attrappe handelte.

Die Täter konnten ausgeforscht werden und sitzten schon in Haft. Ausschlaggebend für die rasche Aufklärung war das im Zuge der Alarmfahndung in einem Waldstück entdeckte, unangemeldete Auto des Mannes, in dem das Duo entkommen war.

Die Lebensgefährtin des Verdächtigen wurde am Montag gegen 19.00 Uhr "hinter einem Strauch versteckt" in Pottschach angehalten. Sie zeigte sich geständig und identifizierte auch auf Bildern aus der Überwachungskamera ihren Freund als Täter. Dieser wurde dann gegen 21.30 Uhr festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen legt der 62-Jährige aufgrund der "erdrückenden Beweislast" ein Geständnis ab und nannte "ständige Geldschwierigkeiten" als Motiv.

Der Plastiksack, in dem sich die angebliche "Bombe" befand, war vom Entschärfungsdienst des Bundesministeriums für Inneres übernommen worden. Dieser stellte fest, dass es sich um einen funktionstüchtigen Raketenkopf einer Feuerwerksrakete, Drahtteile und einen Wecker handelte.

Bei Hausdurchsuchungen stellten die Beamten der Tatortgruppe die Waffe, eine geladene Gaspistole, Tatkleidung und Teile zum Bau der Bombenattrappe sowie einen geringen Teil der Beute sicher. Die Verdächtigen wurden in das Gefangenenhaus beim Landesgericht Wiener Neustadt eingeliefert.


 

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