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16.07.2012
Eltern halfen ihm dabei
Ehemann wollte eigene Frau "abschieben"
Der Mann "spiele" für seine persönlichen Zwecke einfach mal den Innenminister. (© APA)
Mittlerweile ist sie wieder zurück in Österreich. Die Pressestelle der Polizei Oberösterreich berichtete am Montag über den Vorfall vom Herbst vergangenen Jahres.
Der albanisch-stämmige 28-Jährige und die Albanerin heirateten 2006. Sie lebten im Bezirk Vöcklabruck. Der Mann soll mehrmals gegenüber seiner Frau handgreiflich geworden sein. Im September 2011 wurde er ihrer offenbar überdrüssig. Er beschloss, sich scheiden zu lassen und die 22-jährige mit Hilfe seiner Eltern nach Albanien zurückzutransportieren. Am 23. September teilte die Familie der Frau diese Pläne mit, nahm ihr sämtliche persönliche Gegenstände ab und zwang sie, in der Wohnung der Schwiegereltern zu übernachten, damit sie nicht mehr entkommen konnte.
Abschiebung bis ins kleinste Detail geplant
Am nächsten Tag in der Früh fuhr die Familie mit der Frau zum Flughafen Wien-Schwechat. Dort verlangte der Mann noch von ihr, eine Erklärung zu unterzeichnen, in der sie auf finanzielle Ansprüche verzichtet. Dann musste die 22-Jährige in Begleitung ihrer Schwiegereltern nach Tirana fliegen. Um zu verhindern, dass sie selbst nach Österreich zurückkehren kann, behielten die Verdächtigen ihren Pass und ihre österreichische Aufenthaltsgenehmigung.
Wenig später schlug der Arbeitgeber der Frau Alarm, bei dem ein offensichtlich gefälschtes Kündigungsschreiben eingegangen war. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat der Ehemann den Brief aufgesetzt. Die Personalstelle erstattete Anzeige. Daraufhin nahm die Polizei mit Hilfe des österreichischen Verbindungsbeamten in Tirana Kontakt mit dem Opfer auf. Am 17. November 2011 kehrte die Frau nach Österreich zurück. Sie wurde von Beamten des Landeskriminalamtes in einem Frauenhaus untergebracht.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung gegen den Mann und seine Angehörigen. Das Trio ist nicht geständig. Bisher gab es seitens der Behörde eine Nachrichtensperre, erst am Montag wurden Informationen zu dem Fall veröffentlicht.
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