Verfassungsschutz ermittelt Oberösterreich

Metal-Festival: Aufregung um Rechtsextreme

Metal-Festival: Aufregung um Rechtsextreme

Ein Metal-Festival in Oberösterreich treibt die Landespolitik auf die Palme. (© APA)

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Ein Metal-Festival in Oberösterreich treibt die Landespolitik auf die Palme.
Zunehmend Kritik wird am Metal-Festival "Castle Invasion" laut, das für 17. und 18. August in Mining (Bezirk Braunau) in Oberösterreich geplante ist. Jugendschutzreferent LH-Stv. Josef Ackerl ortet "gewaltverherrlichende Inhalte" und fordert ein Verbot der Veranstaltung.

Ebenso wie das Antifa-Netzwerk, das noch weitergeht: So zähle beispielsweise eine der Bands zum "Urgestein der rechten Black-Metal-Szene". "Das Festival ist komplett unpolitisch", betonte hingegen der Veranstalter am Mittwoch.

Ackerl (SPÖ) erklärte in einer Aussendung, er habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass in Oberösterreich ein Konzert mit Bands stattfinden soll, "die offensichtlich Gewalt zum Hauptthema ihrer Musik und Bühnenpräsenz machen ".

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"In einer Zeit, in der weltweit abertausende Menschen etwa wegen ihrer politischer Ansichten oder Religion verfolgt und ermordet werden, kann es keine Toleranz für Musik geben, die beispielsweise zur Christenverfolgung aufruft." Der LH-Stv. fordert eine Untersagung der Veranstaltung. Vor drei Jahren war ein Metal-Festival vom Mininger Bürgermeister Günter Hasiweder (ÖVP) verboten worden. Für eine Stellungnahme zum aktuellen Konzert war dieser vorerst nicht erreichbar.

Festival wird zum politischen Spielball
Aus Sicht des oberösterreichischen Antifa-Netzwerks würde das Konzert "Rechtsextremisten und Neonazis magnetisch anziehen". Sprecher Robert Eiter wies in einer Aussendung darauf hin, dass auf der Myspace-Seite einer der Bands Antifaschisten mit Fingerbrechen gedroht werde. Eine andere Gruppe habe ihre erste CD bei einem rechtsextremen deutschen Musiklabel veröffentlicht, eine weitere biete ein T-Shirt mit einem antisemitischen Spruch in Frakturschrift an.

Die zuständigen Behörden müssten sich fragen, ob ein nachhaltiger Imageschaden für den Ort zu rechtfertigen sei, so KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Auch die Katholische Jugend Oberösterreich fordert ein Verbot und zeigte sich in einer Aussendung erschüttert über "christenfeindliche Hetzpropaganda".

Eine Band darf nicht auftreten
Die Bands seien von der Bezirkshauptmannschaft überprüft und mit einer Ausnahme freigegeben worden, reagierte der Veranstalter auf die Kritik. Die beanstandete Gruppe werde nicht auftreten, das Festival aber aus heutiger Sicht stattfinden. Wenn sich jemand an Texten störe, liege das nicht in seiner Verantwortung.

"Das ist künstlerische Freiheit." Er und seine Kollegen seien weder rechts noch links, sagte der Mann, der nach eigenen Angaben auch volkstümliche Konzerte und Techno-Partys veranstaltet.

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Auch Verfassungsschutz hat Bedenken
Bedenken gegen die eine Musikgruppe, die nicht auftreten darf, meldet auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung an. Zumindest drei weitere Bands seien als jugendgefährdend eingestuft worden und dürften ebenfalls verboten werden. Man habe die Liste der Acts bisher zweimal prüfen lassen.

Der Mininger Bürgermeister Günter Hasiweder sagt: "Eines ist klar: Der Veranstalter ist genauso wenig wie wir daran interessiert, verdächtige Bands auftreten zu lassen." Sollte das Festival stattfinden, dann ab 18 Jahren. Ein Verbot des ganzen Festivals könne erst dann ausgesprochen werden, wenn bedenkliche Gruppen auftreten, so das Gemeindeoberhaupt.

Zur Frage, warum er eine ähnliche Veranstaltung vor drei Jahren untersagt habe, stellte Hasiweder fest, dass damals der Anteil von einschlägigen Bands wesentlich größer gewesen sei.

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