Protest gegen WKR

Adventmarkt-Pöbeleien bei Demo vor Rathaus

Die Treffpunkte der Burschenschafter und Demonstranten

Die Treffpunkte der Burschenschafter und Demonstranten (© Google Maps/Heute.at)

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Die Polizei musste zwischen Christkindlmarktbesuchern, Touristen und Demonstranten schlichten

Die Polizei musste zwischen Christkindlmarktbesuchern, Touristen und Demonstranten schlichten

Die Polizei rüstete sich wieder einmal: Grund war eine Antifa-Demo gegen den Kommers des Wiener       Korporationsrings (WKR). Am Samstag um 17.30 Uhr demonstrierten die Plattformen "NOWKR" und "Den WKR-Kommers unmöglich machen" dagegen, dass sich um 20 Uhr die Burschenschafter zur Feier im Wiener Rathauskeller trafen. Kurz vor 20 Uhr kam es zu Tumulten am Adventmarkt vor dem Rathaus.

Die Demonstranten trafen sich um 17.30 Uhr in Wien-Josefstadt an der Ecke Florianigasse und Fuhrmannsgasse. "Wir werden den Schmissgermanen keinen ruhigen Abend bereiten und ihren Festkommers gehörig vermiesen! Antisemitischen, rassistischen Männerbünden keinen Millimeter! Im Rathauskeller, auf der Unirampe wie auch im Jänner auf der Tanzfläche der Hofburg!", hieß es dazu auf der Homepage nowkr.at.
Der Auflauf war eher gering - die Polizei meldete anfangs 70 Teilnehmer und eine Sperre der Ecke Florianigasse/Lederergasse. Um 18 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung, die Gruppe wuchs auf 100 Personen an. Um 19 Uhr löste sich die Demo nur augenscheinlich langsam auf, die Polizei sicherte daraufhin den Eingang zum Rathauskeller.
Für Aufregung sorgte dann eine nicht genehmigte Demonstration direkt am Adventmarkt am Rathausplatz. Marktbesucher beschwerten sich bei der Polizei, dass sie von Demonstranten angepöbelt wurden. Die Beamten errichteten schließlich auch zum Adventmarkt eine Sperre. Offenbar kam es zu Gerangel am Markt, Beamte griffen ein.

Von den Einsatzkräften hieß es, dass auch vereinzelte Demonstranten über die Arkadengänge in den Rathauskeller zu gelangen versuchten - sie wurden gestoppt. Von den Demonstranten wurden hingegen gewaltbereite "Faschos" gemeldet, was die Polizei als "Mystifikation" verneinte. Festnahmen und Verletzte gab es keine, die Demos waren um 20.30 Uhr beendet.
Grund für die Demo war, dass der Kommers des WKR - eine hochoffizielle Feier von Verbindungen, die von Kennern als "aus besonderem Anlass abgehaltener abendlicher Umtrunk in feierlichem Rahmen" beschrieben wird, im Rathaus stattfindet. Den Demonstranten stößt dabei sauer auf, dass die Stadtregierung sich zwar einerseits gegen den Akademikerball in der Hofburg ausgesprochen hat, den Burschenschaftern aber im Rathauskeller eine "Heimat" gibt.
Der Ort der Demos wurde aus einem Hintergrund gewählt. Laut den Plattformen lud die Burschenschaft "Teutonia" im Rahmen des Kommers zur "Festakademie", bei der auch Gerald Brettner-Messler, FPÖ-Bezirksrat von Wien-Neubau eine Rede gehalten haben soll. Und diese fand im Schulvereinshaus in der Fuhrmannsgasse statt.
 
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