Antworten von Kardinal Christoph Schönborn: 2013 – ein Rückblick mit Hoffnung

Wie war es, das Jahr, das in wenigen Tagen zu Ende geht? Da gibt es den großen Rückblick auf die Weltereignisse und den ganz persönlichen Rückblick auf das, was uns unmittelbar getroffen oder beglückt hat. Die Jahresbilanz sieht deshalb wohl sehr unterschiedlich aus.


Da gab es schmerzliche Ereignisse, die viele getroffen haben: der schreckliche Bürgerkrieg in Syrien, das nicht abreißende Flüchtlingsdrama im Mittelmeer (Stichwort: Lampedusa) und die unbeschreibliche Sturmkatastrophe auf den Philippinen, die Tausende Opfer forderte und Millionen obdachlos machte. Wo die Not groß war, hat sich immer wieder ganz große Hilfsbereitschaft gezeigt. "Nachbar in Not" für Syrien, Hilfe für die Philippinen. Bei vielen gehen die Herzen auf, wenn die Not anklopft. Besonders berührend war die Anteilnahme des ganzen Landes beim Drama von Annaberg, das drei Polizisten und einem Rot-Kreuz-Helfer das Leben gekostet hat. Das alles ist Grund zur Hoffnung. Der Grundwasserspiegel der Nächstenliebe ist immer noch hoch!

Es gehört zur guten Tradition, dass wir am Ende eines Jahres Rückblick halten und Gott danken für alles, für Gutes und Schweres, denn alles liegt in seinen Händen. Zum Rückblick gehört immer auch der Blick auf das Kommende. Der große evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb 1944 im Gefängnis: "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag."

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