Antworten von Kardinal Christoph Schönborn: Franziskus - Person des Jahres

Vorgestern – auf dem Petersplatz in Rom. Kaltes Dezemberwetter. Dennoch: Der Zustrom an Menschen kennt keine Winterpause. Mittwoch – Papstaudienz. Auch nach neun Monaten hat der Zufluss der Menschen nicht nachgelassen. Manche im Vatikan rätseln: Was ist das Geheimnis der Anziehungskraft von Papst Franziskus?


Nun hat ihn das US-amerikanische Wochenmagazin "Time" zur "Person des Jahres 2013" gekürt. Wie begründet dieses nun wirklich nicht kirchennahe Magazin seine Wahl? "Was diesen Papst so bedeutend macht, ist die Geschwindigkeit, mit der er die Vorstellungskraft von Millionen erobert hat, die es aufgegeben hatten, auf die Kirche zu hoffen."

Und weiter heißt es in der Würdigung, der neue Papst habe sich "ins Zentrum der wichtigsten Debatten unserer Zeit gesetzt, um Wohlstand und Armut, Fairness und Gerechtigkeit, Transparenz, Globalisierung, die Rolle von Frauen, die Natur der Ehe und die Versuchung der Macht". Nur einmal wurde bisher ein Papst zum "Mann des Jahres" gewählt: Johannes XXIII., im Jahr 1962, für seinen epochemachenden Friedensappell an Kennedy und Chruschtschow, der damals geholfen hat, einen Atomkrieg zu vermeiden.

Auch Papst Franziskus hat durch seine Initiative "Fasten und Beten für den Frieden in Syrien" viel in Bewegung gebracht. In der direkten Sprache der Fiaker auf dem Stephansplatz klingt das im O-Ton so, wenn sie mir beim Plausch sagen: "Ihr neuer Chef in Rom ist super!"

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