Antworten von Kardinal Christoph Schönborn: Papa Francesco und die Kirchenreform

Jetzt ist er nicht nur zur "Person des Jahres" erklärt worden (vom Time-Magazin), sondern hat sogar das Cover des "Rolling Stone" erobert – sicher keine Zeitschrift, die einer Kirchenzeitung ähnlich wäre. Was ist es um diesen Papst, der so sehr die Herzen berührt? Zurzeit dürfen wir ihn ganz direkt erleben.


Wir österreichischen Bischöfe sind in Rom, um über die Lage der Kirche in Österreich zu berichten. Das ist ja kein Anlass für Jubelmeldungen. Es wird nicht versucht, schöngefärbte Berichte abzuliefern. Aber es ist auch kein Grund, mit trauriger Miene herumzulaufen. Denn es gibt in der Kirche so viel Gutes, das keine Schlagzeilen macht, das aber auch genannt werden soll.

Gutes, das sogar Schlagzeilen macht, können wir mit Papst Franziskus in diesen Tagen persönlich erleben. Zum Beispiel hier im Gästehaus im Vatikan, in dem der Papst immer noch wohnt, mitten unter den Leuten, in unkomplizierter Einfachheit. Oder im Gespräch mit ihm, wo er uns herzlich, brüderlich begegnet, au Augenhöhe.

Was mich am meisten an ihm beeindruckt, ist seine Ausstrahlung. Man spürt in ihm eine tiefe innere Gottverbundenheit, aus der seine Güte, seine Herzlichkeit und sein ansteckender Humor kommen. Und noch etwas ist spürbar: Die Atmosphäre ändert sich. Sein Vorbild wirkt. Kirchenreform ist gefragt. Sie wird nicht durch große Worte und Programme geschehen, sondern durch Menschen wie Papa Francesco.

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