09.02.2010 um 23:21 Uhr Wien

Bier-Streit: Sohn (20) tötet Freund der Mutter mit Axt

Blutiges Ende einer Auseinandersetzung in einem Penzinger Gemeindebau: Ein Streit um das letzte Bier hat für einen 33-Jährigen in Wien-Penzing tödlich geendet. Der 20-jährige Sohn der Lebensgefährtin des Ermordeten griff während der Zankerei gegen 4.00 Uhr zur Axt und schlug zu. Die 53-jährige Mutter des Verdächtigen und Freundin des Toten befand sich in der Küche. Martin L. (34) starb, der Verdächtige ist gefasst. Laut Kripo hat er gestanden, spricht aber von Notwehr. Sein Stiefvater hätte ihn gewürgt.
Wie schon öfter saßen Marcus H. und Martin L. in der Nacht auf Dienstag in der Wohnung an der Penzinger Straße 150–166 zusammen. Der Alkohol floss laut Polizei in Strömen – bis 4.15 Uhr. „Als das Bier ausging, entbrannte ein Streit, wer denn das letzte getrunken hätte“, erklärt Polizeisprecherin Iris Seper.

Die Frage, wer das letzte Bier ausgetrunken hat, führte schließlich zwischen den betrunkenen Männern in der Wohnung der 53-Jährigen zur Rauferei. Nach einem kurzen Gerangel soll Marcus H. zu einer Axt (re.) gegriffen – die Wohnung wird mittels Holzofen geheizt – und zugeschlagen haben.

Öfters Streit
Laut Polizei kam es dort häufig zu Auseinandersetzungen, vor allem der Getötete soll im alkoholisierten Zustand öfter aggressiv geworden sein - auch gegen seine Lebensgefährtin. Die Mutter hörte während des Streits einen dumpfen Knall und lief daraufhin ins Wohnzimmer, erklärte die Polizeisprecherin. Dort sah sie ihren Freund tot am Boden liegen und verständigte die Polizei. Das Opfer erlitt einen Schädelbruch und starb in den Armen seiner Lebensgefährtin Maria H. (53).

Ihr Sohn war mit der Axt geflüchtet, kehrte gegen 6.00 Uhr aber reumütig in die Wohnung zurück und ließ sich von der anwesenden Polizei widerstandslos festnehmen. Er ist geständig.

In der Arbeitslosen-Familie soll es laut Nachbarn häufiger zu Streit gekommen sein. Gegen Martin L. bestanden mehrere Betretungsverbote. Doch er und Maria H. hatten sich immer wieder zusammengerauft.

Sohn soll Axt weggeworfen haben

Die Mordwaffe blieb vorerst verschwunden. Der angetrunkene 20-Jährige hat sie laut seinen Angaben weggeworfen, will sich aber nicht mehr erinnern können, an welchem Ort. Auch was er zwischen dem tödlichen Angriff auf den 33-Jährigen und seiner Rückkehr zu seiner Mutter gemacht hat, gab er vorerst nicht an.

APA/red.

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