Verzweiflung des Kindes

Bub in Bad missbraucht: "Er schreit und weint jede Nacht"

Mama Dunja R. beim Interview: "Mein Bub ging so gern schwimmen."

Mama Dunja R. beim Interview: "Mein Bub ging so gern schwimmen."

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Mama Dunja R. beim Interview: "Mein Bub ging so gern schwimmen."

Mama Dunja R. beim Interview: "Mein Bub ging so gern schwimmen."

Den Anruf ihres Sohnes bekommt Dunja R. nie mehr aus dem Kopf. Sie verstand ihn kaum, weil er so schluchzte. Aber sie spürte sofort: Es war ihm Furchtbares passiert.

Erst vergangene Woche gab die Polizei bekannt: Bereits am 2. Dezember wurde im Wiener Theresienbad ein Kinderschänder verhaftet. Ein Flüchtling (20) aus dem Irak hatte den zehnjährigen Goran R. (alle Namen geändert) in eine WC-Kabine gezerrt und dort vergewaltigt. Der Bub erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er im AKH behandelt werden musste.

Im Verhör gab der geständige Täter an, er sei im September über die Balkan-Route nach Österreich gekommen und habe vier Monate keinen Sex gehabt. Im Bad sei er seinen "Gelüsten nachgegangen". Im "Heute"-Interview erzählt Gorans Mutter, Dunja R. (43), vom Leid des kleinen Opfers.

"Heute": Wie haben Sie vom Verbrechen an ihrem kleinen Sohn Goran erfahren?
Dunja R.: Ich bin allein erziehende Mutter von fünf Kindern. Da ist das Geld immer knapp. Aber Goran geht so gern schwimmen. Also habe ich ihm am 2. Dezember die drei Euro fürs Theresienbad in unserer Nähe gegeben. Nach der Schule durfte er ins Hallenbad. Drei Stunden später hat er mich angerufen und so geschluchzt, dass ich kein Wort verstanden habe. Dann hat jemand vom Personal sein Handy genommen und gesagt: 'Kommen Sie bitte, Ihr Kind wurde sexuell attackiert!'

"Heute": Ihr Bub hat sich dem Bademeister anvertraut?
Dunja R.: "Ja – und der hat gleich die Polizei gerufen. Als ich zum Bad kam, sah ich durch eine Glastür mein weinendes Kind und einen Mann in Badehose mit Handschellen. Meine Schwester, die mich begleitet hat, wollte sich sofort auf ihn stürzen. Aber die Beamten haben ihn weggezogen und umringt." 

"Heute": Wie kam der Sextäter mit Ihrem Sohn in Kontakt?
Dunja R.: "Goran hat beim Herumtollen im Schwimmbecken einen 15-jährigen Buben kennengelernt – und dessen Begleiter war der Iraker. Als mein Sohn dann duschen ging, hat ihn der Verbrecher zu sich gewunken. Goran dachte, der Mann braucht was – wurde aber in eine Kabine gezerrt. Ich habe meine Kinder zu Hilfsbereitschaft erzogen. Heute muss ich sagen: leider." 

"Heute": Wer hilft Ihrem Buben jetzt in seiner Not?
Dunja R.: "Das Kinderschutzzentrum 'Die Möwe' unterstützt uns sehr, stellt eine Anwältin und ermöglicht Therapie." 

"Heute": Ihnen machen nicht nur die körperlichen Verletzungen Gorans Sorge?
Dunja R.: "So ist es. Denn die Narben an der Seele heilen vielleicht nie. Der Bub kann nur mit Trittico-Tabletten schlafen. Er schreit und weint aber jede Nacht. Wenn er meine Verzweiflung sieht, dreht er sich weg. Es ist, als würde er eine Wand errichten. In der Schule hat Goran auch schon von Selbstmord gesprochen. Sein Schmerz zieht der ganzen Familie den Boden weg." 

"Heute": Sie haben gehört, wie sich der Täter bei seinen Einvernahmen verantwortet?
Dunja R.: "Ja, mit 'sexuellem Notstand', und mein Blut kocht. Ich komme aus Serbien, habe fünf Jahre in einem 'Caritas'-Heim gelebt und bin dort mit Menschen aus vielen Nationen gut ausgekommen, also sicher keine Rassistin. Aber die Schutzbehauptung dieses Irakers ist ungeheuerlich. Oder hat irgendwer Verständnis, wenn ich morgen eine Bank überfalle und dann sage, mein Geld hat für die fünf Kinder nicht gereicht?" 

"Heute": Wünschen Sie sich eine Abschiebung des Vergewaltigers Ihres Sohnes?
Dunja R.: "Ja – aber erst nach Verbüßung seiner Haftstrafe hier. Denn ich habe gehört, was Kinderschändern im Gefängnis so alles passieren kann."

Orte: Wien

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