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27.08.2009

Der Zeuge kannte das Verlies

Die Lebensbeichte: Bereits 1994 vertraute Priklopil seinem besten Freund an, dass er Kinderpornos besitzt. Laut Protokoll wusste der Wiener über die exakten Ausmaße des Kellerverlieses von Strasshof Bescheid.

Wolfgang Priklopil, der unbekannte Entführer. Über die Seele des Kidnappers sind drei Jahre nach dessen Tod nur Bruchstücke bekannt. Die geheimen Einvernahmeprotokolle seines besten Freundes zeichnen nun ein verstörendes Bild der Bestie. Liebevoll ließ Priklopil seinem Opfer eine Geburtstagstorte backen, er stellte das Mädchen sogar seinem Freund vor („Heute“ berichtete). Die Akten bergen noch mehr Details aus dem Leben des Biedermannes mit dem dunklen Geheimnis.

Wie tief das Vertrauen zu seinem besten Freund war, beweist, dass er ihm bereits im Jahr 1994 intimste Details anvertraut hatte. Priklopil gestand, dass er Kinderpornos besitzt und regelmäßig zu Prostituierten geht. Der Freund erwies sich des Vertrauens würdig und behielt das Geheimnis für sich, erstattete keine Anzeige.

Auffallend gut ist die Erinnerung des Kronzeugen auch an das Verlies. Im Jahr 1996 oder 1997 soll Priklopil ihn einmal kurz durch den Keller geführt haben. Der Zeuge erinnert sich im Verhör zehn Jahre später sogar noch genau an die exakten Ausmaße der Räume:

Die Montagegrube ist mit der anderen Unterkellerung räumlich verbunden. Bei einem damaligen Besuch habe ich gesehen, dass er die Garage in etwa 4-5 Meter tief in einem Ausmaß von 6m mal 3m ausgegraben hatte.

Der Freund mit dem beneidenswerten Langzeitgedächtnis sprach mit dem Entführer sogar über den Fall Kampusch:

Glaublich sagte er in diesem Zusammenhang, dass die Bullen sowieso „Stocktrotteln“ seien. Wenn man ihnen eine intelligente Erklärung geben könne, könne man ohnehin alles machen.

Oswald Hicker

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