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30.08.2009

Der lästige Geruch nach Bohnerwachs

Jedes Mal, wenn ich ein Interview mit Udo Jürgens höre, bin ich ganz zerknirscht. So wie gestern, als er aus Anlass seines 75. Geburtstags bei Claudia Stöckl zu Gast war. Unzulänglichkeit, dein Name ist Weib!

Jedes Gespräch mit dem Langzeitliebling dreht sich um sein einmaliges Mannestum, was angesichts seiner Erfolge legitim ist. Aber todsicher wird gleich anschließend das weltbewegende Problem belabert: Udo und die Frauen. Einerseits spielen sie in seinem Leben eine gewisse Rolle. Andererseits hält er auf die Dauer keine aus.

Zwischendurch wurden natürlich Hits von Udo Jürgens gespielt, wie zum Beispiel das Lied „Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii“. Es handelt von einem Mann, der die klassische Situation durchlebt, nur einmal kurz um Zigaretten zu gehen. Aber er nützt diese Gelegenheit nicht zum Abhauen, sondern kehrt seufzend zurück ins traute Heim, wo es „schon im Stiegenhaus nach Bohnerwachs riecht“. Sehen Sie, und da sind wir wieder bei dem Gefühl dieser zerknirschten Ratlosigkeit. Wie hätt’s der gnädige Herrn denn gern? 17 Jahr, blondes Haar? Ja eh. Andererseits soll der Fußboden reinlich sein und glänzen, aber Bodenwachs ist eine geruchliche Zumutung, von Ehefrauen boshafterweise angewendet, um Ehemänner zu peinigen. Den Boden wachseln tun aber eh nur mehr ganz altmodische Frauen. Noch aus der Zeit, wo man für Herren wie Udo Jürgens den treffenden Ausdruck hatte: alter Hagestolz.

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