Antworten von Kardinal Christoph Schönborn

Die Solidarität wächst

Kardinal Christoph Schönborn

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Die Zahl der Flüchtlinge wächst. Das ist eine Tatsache. Weil die Krisenherde in der Welt zunehmen. Weil die Not wächst. So ist es verständlich, dass in der Bevölkerung die Sorge wächst: wo führt das hin? Umso erfreulicher ist es, dass auch die Solidarität der Menschen bei uns mit den Menschen in Not wächst.

Täglich höre und lese ich von solchen Beispielen. In Bruck/Leitha haben sich Bürgermeister, Rotes Kreuz und Pfarre zusammengetan, um Quartiere zur Verfügung zu stellen. Ähnliches lese ich von Guntramsdorf. In Horn konnten im ehemaligen Stephansheim die ersten von 100 Flüchtlingen aufgenommen werden. Schon jetzt haben sich 120 Menschen bei der Aktion "Willkommen Mensch" gemeldet, um ehrenamtlich zu helfen. Der Verein "Klosterneuburg hilft" hat bereits 500 Unterstützer, die sich um 250 Flüchtlinge kümmern, denen das Stift Klosterneuburg die Magdeburgkaserne zur Verfügung gestellt hat.

Ohne die vielen freiwilligen Helfer wären die öffentlichen Stellen alleine überfordert. Schon bisher sind 4.000 Flüchtlinge in kirchlichen Gebäuden untergebracht. Täglich werden es mehr. So gibt schon seit Längerem das Kloster St. Gabriel in Maria Enzersdorf 43 minderjährigen, deren Schicksale oft besonders schwer sind, und über 100 erwachsenen Flüchtlingen Quartier. Eine ähnliche Einrichtung entsteht im ehemaligen Kloster in der Rossau im 9. Bezirk.

Aber es gibt auch viele kleinere Quartiere in Wohnungen, Pfarren, Heimen, die angeboten werden. Es fehlt nicht an bestehendem Wohnraum. Gott sei Dank fehlt es auch nicht an helfenden Händen und Herzen. Ich höre von vielen erfreulichen Zeichen der Solidarität: Deutsch lernen, Freizeitangebote, Beschäftigungsmöglichkeiten, Hilfen für den Alltag von Menschen, die alles verloren haben. Wenn Nöte auf unser Land zukamen, hat immer noch die Nächstenliebe die Oberhand behalten.

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