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Enthüllt: So bluffen Seher und Wahrsager

Sie bieten „Normalsterblichen“ einen Blick in die vermeintliche Zukunft, verkünden Liebe, Lust und Leid und warnen sogar vor Naturkatastrophen: Wahrsager haben vor allem in schlechten Zeiten Hochkonjunktur – aber leider auch Hobby-Hellseher, falsche Propheten und Scharlatane.

„Eintreffende Prophezeiungensind meistens reiner Zufall“

Die Wahrheit sieht anders aus, denn von den für das Jahr 2009 getätigten Vorhersagen der weltbesten Weissager trafen stolze 99 Prozent nicht ein!Der Beweis: Die deutsche „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) hat die 140 bedeutendsten Prognosen für das scheidende Jahr überprüft. Das erschreckende Ergebnis: Magere zwei Prophezeiungen waren richtig – und das nur mit gutem Willen.

Denn dass Angela Merkel deutsche Kanzlerin bleibt, kommt nicht sooo überraschend, genau so wenig wie der Tod von Michael Jackson. Denn die kanadische Hellseherin Nikki Pezaro sagte das Ende des „King of Pop“ bereits 2003, 2004, 2005 und 2007 voraus. „Das sind reine Zufallstreffer“, urteilt GWUP-Experte Michael Kunkel.

Österreich am Ende? Obama ermordet? Alles nur erfunden!

Und was wurde nicht alles für 2009 angekündigt: Die Golden-Gate-Bridge sollte einstürzen, unsere Regierung an der Wirtschaftskrise scheitern und Österreich in den Abgrund reißen, der Buckingham Palace abbrennen, US-Präsident Obama einem Attentat zum Opfer fallen, das Monster „Nessi“ und Atlantis auftauchen – und Frauenschwarm George Clooney endlich heiraten.

„Es geht um das Vergnügen, nicht um den Wahrheitsgehalt“

Doch die Glaskugeln der Nostradamus-Nachfolger blieben trübe: Keine einzige Vorhersage traf schließlich ein. Das Geschäft mit der Kaffeesatzleserei oder angeblichen „Glücks-Aktivatoren“ (wie bei Seherin Maria Esmeralda, Bild u.), die in der Zeitung „Österreich“ inserierte, blüht – und ruft verstärkt Kritiker auf den Plan. „Vorsicht bei diesen Offerten. Es geht dabei mehr um das Lesevergnügen als um die Wahrheit“, erklärt Renate Wagner vom Verein für Konsumenteninformation.

Thomas Staisch

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