Antworten von Kardinal Christoph Schönborn

Fasten und beten für den Frieden

Heute, an diesem Freitag, dem 8. August, rufen alle christlichen Kirchen unseres Landes zu einem Tag des Fastens und Betens für die verfolgten Christen im Irak auf.


Es vergeht inzwischen kaum ein Tag ohne Schreckensnachrichten. In vielen Ländern werden Christen, aber auch andere religiöse Minderheiten verfolgt, vertrieben, hingerichtet, ermordet. Das Schicksal unserer Glaubensgeschwister und aller um ihrer Religion willen Verfolgten kann uns nicht gleichgültig sein. Wir fühlen mit, wir helfen, wo wir können, freilich noch immer zu wenig.

Von einem besonders berührenden Beispiel muss ich berichten: Vor wenigen Wochen wurden alle Christen aus Mossul im Nordirak vertrieben. Die fanatischen Kämpfer für den "Islamischen Staat" (IS) wollten Mossul völlig von Christen "säubern". Ein angesehener Moslem aus Mossul, eine Autorität in der islamischen Welt, hat dagegen seine Stimme erhoben und erklärt, dass diese gewaltsame Vertreibung gegen den Koran und den Islam sei. Daraufhin haben sie ihn umgebracht.

Überall wollen die besonnenen Menschen, die "einfachen Leute" ein friedliches Zusammenleben. Überall aber gibt es Fanatiker, Kriegstreiber, die mit dem Feuer spielen und Konfliktherde entzünden, ob in der Ukraine, in Nigeria, im Nahen Osten. Fasten und beten für den Frieden - was bringt das? Zumindest eines: Dass wir uns besinnen und, wo wir es können, zum Frieden beitragen. Und damit kann ich selber beginnen, zum Beispiel heute!

Ihre Meinung