Technische Probleme

Finanzamt forderte von Lehrling 29 Mio. Euro

Agadir B. (22) mit dem 29-Millionen-Euro-Brief

Agadir B. (22) mit dem 29-Millionen-Euro-Brief

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Agadir B. (22) mit dem 29-Millionen-Euro-Brief

Agadir B. (22) mit dem 29-Millionen-Euro-Brief

Riesen-Schock für Agadir B. (22): Zwei Wochen, nachdem er seinen Steuerausgleich für 2008 eingereicht hatte, flatterte ihm ein Bescheid ins Haus. Das Finanzamt forderte exakt 29.042.013 €!

Beim Finanzamt Wien-Mitte knallten schon die Korken. Mehr als 29 Millionen € Steuerschulden – was für ein Fang! Blöd nur, dass sich der dicke Fisch als armer Wurm entpuppte: Agadir B. war 2008 Lehrling, verdiente kaum mehr als 600 Euro im Monat. "Ich bin aus allen Wolken gefallen, war geschockt", erinnert sich der Wiener an vergangenen Montag, als er den Brief vom Finanzamt öffnete.

"Beim Billa diskutieren sie auch nicht an der Kassa"
"Meine Mutter hatte fast einen Nervenzusammenbruch!" Im Finanzzentrum Wien-Mitte bestätigte man ihm telefonisch: Ja, Sie schulden uns 29 Millionen – und 1 Prozent (290.420,13 €) müssen Sie sofort einzahlen! Auch als Agadirs Mutter persönlich vorsprach, gab man sich gnadenlos. "Sie sagten: ,Zahlen Sie das, wenn Sie zum Billa gehen, diskutieren Sie ja auch nicht an der Kassa‘", schildert der gebürtige Bosnier.

Am Dienstag dann Entwarnung: Ein weiterer Brief erklärte den Bescheid für nichtig, ein Zusammenhang mit seiner Arbeitnehmerveranlagung von 2008 bestehe nicht. Die Finanzverwaltung: "Das zuständige Finanzamt hat den Fehler sofort bemerkt und korrigiert. Wir bedauern diesen technischen Fehler und entschuldigen uns."

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