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Grippe-Panik: So wurden wir belogen

Der Sager von Hubert Hrabcik war so schockierend wie eindeutig: 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung werden sich mit dem lebensgefährlichen Grippevirus H1N1 infizieren, mehr als 2,4 Millionen Patienten zu beklagen sein, posaunte der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit im ORF-Interview aus („Heute“ berichtete). Pharmaindustrie, Mediziner und Apotheker setzen sogar noch eins drauf: 6000 Todesopfer sollte die biblisch anmutenden Seuche in unserem Land fordern. Die Wirtschaftskammer sah in einem Katastrophenszenario gar unsere Wirtschaft zusammenbrechen. Österreich, ein Land am Abgrund also.

Das Problem dabei: Die Realität sieht völlig anders aus. Mutige Schätzungen gehen von eben einmal 100.000 Grippe-Patienten aus – 55.000 davon haben die Krankheit bereits besiegt. Fünf Opfer sind zu betrauern – aber eine „normale“, saisonale Grippe kann in Österreich jährlich bis zu 4000 Tote fordern. Bei den wirklich sagenhaften Gewinnen der Pillendreher – Roche sackte bisher mehr als 1,7 Milliarden Euro für Tamiflu-Behandlungen ein und selbst mit (den wenigen) Impfungen wurde bisher ein Umsatz von 20 Millionen Euro gemacht – wird vielmehr der Verdacht laut, dass hier „Geschäftemacherei im Spiel ist“, wie auch Niederösterreichs Patientenanwalt Gerald Bachinger betonte.

Ein deutscher Virologe traf es auf den Punkt: „Ja, es ist eine Pandemie – aber es ist auch eine schrecklich harmlose Grippe.“

Thomas Staisch

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