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Grüne: Demontage von innen

2005 war ein gutes Wahljahr für die Grünen. In der Josefstadt stellten sie sogar den Bezirksvorsteher. Mit dabei: Gerhard Ladstätter. Der Kärntner sammelte politische Erfahrung in der grünen Studentenbewegung und machte sich rasch einen Namen als bestens vernetzter „Macher“. 2002 wurde er Wiener Wahlkampfleiter.

Im achten Bezirk bildete er als Bezirksrat mit seiner Lebensgefährtin Doris Müller hingegen den ständigen Konterpart zum gemäßigten Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian. Bei den Listenwahlen im Juni – von Insidern als „Farce“ bezeichnet – wurde Rahdjian weggeputscht.

Die Aktion blieb ohne Konsequenzen, die Landespartei wollte es sich mit ihrem starken Wahlkampfmanager nicht verscherzen. Der Weg schien frei für Ladstätter und Müller – bis Rahdjian mit einer Konkurrenzliste antrat. Die Chancen, wieder den Bezirksvorsteher zu stellen, sind damit dahin. Ladstätter reagierte dünnhäutig: Auf der Website der Liste Rahdjian glänzt er mit untergriffigen Kommentaren – und schadet so weiter den Grünen.

Heute muss seine Chefin Eva Glawischnig bei den Sommergesprächen im ORF wohl beantworten, wie einzelne Personen ihrer Partei solchen Schaden zufügen konnten.

Elias Natmessnig

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