Antworten von Kardinal Christoph Schönborn

Josef – der treue und stille Heilige

Kardinal Christoph Schönborn

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Gestern, am 19. März, war das Fest des heiligen Josef. Allen Josefs, Pepis und Joschis im Nachhinein herzlichen Glückwunsch zum Namenstag! Früher war Josef ein häufiger Vorname. Inzwischen ist es um Josef etwas still geworden. Still war er auch in der Bibel. Kein Wort ist von ihm überliefert, dem Mann der Maria, dem Ziehvater Jesu. Nur sein Tun wird berichtet. Und das ist eindrucksvoll genug, um sich daran zu erinnern.

Papst Franziskus hat vor zwei Jahren, bei seiner Amtseinführung am 19. März 2013, seinen ganzen Dienst unter den Schutz des heiligen Josef gestellt. Ich erinnere mich noch lebhaft an seine Predigt, an seine Worte über Josef.

Josef ist für Papst Franziskus vor allem der custos, der Hüter. Von wem? Zuerst von Maria, seiner Frau, und Jesus, dem ihm anvertrauten Kind. Und darüber hinaus der ganzen Familie Gottes. Wie ist er Hüter? Aufmerksam und einfühlsam! Treu, auch wenn er nicht versteht! Mich beeindruckt sein Verhalten, als seine Verlobte Maria schwanger war – aber nicht von ihm. Er hat sie nicht verstoßen – und hat vertraut, dass dieses Kind nicht von einem anderen war, sondern Gottes Geschenk.

Mir klingt noch im Ohr, wie Papst Franziskus sagte: "Wir dürfen uns nicht fürchten vor Güte, vor Zärtlichkeit." Für ihn ist Josef „ein starker, mutiger, arbeitsamer Mann“, aber zugleich gütig und zärtlich. Auf Josef kann man vertrauen. Ich kann es bezeugen: Er hilft wirklich, in Schwierigkeiten und Nöten. Ich kann nur empfehlen, ihn öfters um Hilfe zu bitten, diesen treuen und stillen Heiligen.

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