Kommentar von Kardinal Christoph Schönborn: Nachlese zur Papstwahl

Heute darf ich wieder aus Wien schreiben, das Herz noch voller Erinnerungen an die Tage in Rom. Es waren bewegende Momente, die wir im und nach dem Konklave erlebt haben.

Papst Franziskus hat selber erklärt, warum er diesen Namen gewählt hat. Als die Zahl der Stimmen für ihn immer höher stieg und als sie schließlich die Zweidrittelmehrheit überstieg und er damit zum Papst gewählt war, da habe sich sein Nachbar zu ihm gewandt, ihn getröstet und ermutigt.

Dann habe er hinzugefügt: "Und vergiss die Armen nicht!" Da sei dem Erwählten der Gedanke gekommen, sich Franziskus zu nennen, als Erster unter den bisher 266 Päpsten. Wie sehr dieser Name des Heiligen Franz von Assisi für den neuen Papst Programm ist, erklärte er selber in den folgenden Tagen.

Franziskus steht für Liebe zu den Armen. So hat der Heilige von Assisi selber gelebt, so wollte er die Kirche, so hat er Jesus verstanden. So auch Papst Franziskus. Franz von Assisi war unermüdlich um den Frieden bemüht. "Ich musste an all die Kriege denken", sagte der Papst und dachte an den Namen Franziskus für sich selber.

Schließlich steht Franz von Assisi für die Liebe und Sorge für alle Geschöpfe. In seinem "Sonnengesang" preist er die Schönheit von Sonne, Mond und Sternen und all den Geschöpfen auf Erden. Brauchen wir nicht alle eine neue Sorgfalt im Umgang mit der Schöpfung? Kurz: Der Name, den der neue Papst gewählt hat, sagt schon viel über sein "Programm". Und er bittet um das Gebet für ihn!

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