Keine sexuelle Belästigung

Kuss-Attacke in U-Bahn ist Polizei egal

Kussattacke U-bahn

Iryna L. ist wütend und hilflos: Sie wurde attackiert, bekam am Wachzimmer nur eine Zeitbestätigung.

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Iryna L. ist wütend und hilflos: Sie wurde attackiert, bekam am Wachzimmer nur eine Zeitbestätigung.

Iryna L. (27) zittert noch immer: Am Montag wurde sie in Wien am Weg zur Arbeit von einem Mann erst gestreichelt, dann auf den Mund geküsst. Die Akademikerin wählte 133 – die Exekutive tat wenig bis nichts.

Es passierte zwischen Reumannplatz und Karlsplatz. Und: "Es ging urschnell", sagt Iryna L. "Er saß im vollen Wagon neben mir, streichelte meine Hand. Ich schrie "Hör‘ auf", sah mich nach einem anderen Platz um, da packte er mich an der Schulter, zog mich zu sich und küsste mich auf den Mund."

Die Unternehmensberaterin schlug mit der Tasche auf den Unhold ein. Hilfe gab es kaum. "Zwei Männer glotzten nur blöd, eine Frau riet, die Polizei zu rufen", erzählt das Opfer. Der "Küsser" – ein Nordafrikaner, wie Iryna L. vermutet–, flüchtete am Karlsplatz. Das empörte Opfer wählte 133, wartete auf die Beamten, die sie mit aufs Revier nahmen.

Dort die böse Überraschung: Weil ein Kuss keine sexuelle Belästigung ist, bekam die Wienerin nur eine Zeitbestätigung für die Firma. Ihr Chef zeigte Herz, gab ihr frei. Die Polizei forderte das Video aus der U1 an. "Eventuell gibt’s eine Geldstrafe wegen Anstandsverletzung", sagt ein Sprecher.

Orte: Wien

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