Gewalt und Festnahmen

Linke und rechte Demos in Wien eskalierten

Die Polizei war um Deeskalation bemüht

Die Polizei war um Deeskalation bemüht (© Heute)

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Demos: Links gegen Rechts

37 Personen sind nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Wiener Polizei und linken Demonstranten am Samstag vorläufig festgenommen worden. Eine Frau und ein Polizist seien verletzt sowie zwei Dienstfahrzeuge beschädigt worden, hieß in einer Aussendung der Polizei am Abend.
37 Personen sind nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Wiener Polizei und linken Demonstranten am Samstag vorläufig festgenommen worden. Eine Frau und ein Polizist seien verletzt sowie zwei Dienstfahrzeuge beschädigt worden, hieß in einer Aussendung der Polizei am Abend.
Zu Gewalt und Festnahmen kam es am Samstag bei den Demonstrationen der rechten "Identitären" sowie der linke Gegenkundgebung in Wien. Die Routen wurden von den Teilnehmern nicht eingehalten, es kam mehrmals zu Zusammenstößen. Für Aufregung sorgte auch, dass die Identitären dazu aufriefen, eine Rechtshilfenummer mit Sexismusanfragen zu blockieren.

Nachdem die rund 400 linken Demonstranten nicht losmarschierten, nahmen die etwa 100 Rechten eine Alternativroute, die immer wieder auf Blockaden traf. Zahlreiche Polizisten waren damit beschäftigt, die Gruppen voneinander fernzuhalten. Die "Identitären" hatten ihre Demo für 13.00 Uhr angekündigt, die "Offensive gegen rechts" rief für 11.00 Uhr eine Gegenkundgebung aus.

Beide Demonstrationen hätten vom Christian-Broda-Platz auf der Mariahilferstraße beim Westbahnhof in Richtung Innenstadt starten sollen. Allerdings setzte sich die erste - also linke - Demo nur äußerst langsam in Bewegung. Ziel der Aktivisten war es nämlich, den Marsch der "Identitären" zu verhindern. Diese schafften es somit nicht zu ihrem Versammlungsort, fanden aber in Westbahnhofnähe zueinander und schlugen schließlich eine Alternativroute die Burggasse hinab Richtung Innenstadt ein.

Polizei sperrte Straßen
Die Polizei sperrte Querverbindungen von der Mariahilferstraße ab, die Rechten trafen auf ihrem Weg indes mehrmals auf linke Gegendemonstranten und Blockadeversuche. Gegen 14.30 Uhr war das Volkstheater, das ursprünglich geplante Ziel der "Identitären," erreicht. Nach Polizeiangaben war indes vorerst unklar, wer seine Schritte nun in welche Richtung lenken würde.

Die Einsatzkräfte, deren genaue Zahl derzeit nicht beziffert werden kann, seien primär um Deeskalation bemüht gewesen. Es gab laut Polizeisprecherin mehrere Festnahmen, eine Demonstrantin sei verletzt worden. Die Polizei sprach von "massiven Übergriffen" auf ihre Beamte, Demonstrationsteilnehmer von massiver Polizeigewalt.

Pfefferspray, Festnahmen, Prügel
Die rechten "Identitären", deren Marsch Anlass für die linke Gegendemo war, hatten ihre Kundgebung beim Volkstheater für beendet erklärt und die U-Bahn in Richtung Rathaus genommen. In einem Bierlokal im 8. Bezirk (Josefstadt) ließen sie sich dann nieder. Laut Polizeisprecherin brach eine größere Gruppe an Gegnern - eine "kleine Demo" - vom Volkstheater dorthin auf, die man in der Folge im Bereich Zweierlinie/Auerspergstraße angehalten habe.

Friedlich lief das alles nicht ab. Demo-Teilnehmer berichteten vom Einsatz von Pfefferspray, von Festnahmen und von "prügelnden" Polizisten. Die Polizeisprecherin wiederum erklärte gegenüber der APA, es habe "massive Übergriffe auf Polizeibeamte" gegeben, auch ein Auto sei beschädigt worden. Mehrere Festnahmen wurden bestätigt und auch, dass eine Demonstrantin verletzt worden sei. Beim Volkstheater habe man auch Pfefferspray eingesetzt.

Telefonblockade mit Sexismusanfrage
Für Aufregung sorgte auch, dass die Rechten sich einen vermeintlichen Spaß daraus machten, die "Antifa-Rechtshilfenummer" mit Anrufen zu blockieren. Auf Twitter riefen die Identitären dazu auf, unter der Nummer nachzufragen, was es mit angeblichen sexuellen Vorlieben der linken Demonstrationsteilnehmer auf sich habe. "Passt gut zum menschenverachtenden Stil von Rechten und Identitäre", so ein Kommentar.

Die Wiener Linien berichten indes von massiven Einschränkungen im Öffi-Verkehr. Betroffen waren die Linien 1, 2, 71, D, 46, 49, 48A, 57A und 13A, die teilweise verzögert fuhren, teilweise umgeleitet werden mussten.

So wurden die Demos auf Twitter wahrgenommen:
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